Kaiseraugst

Belastung durch Mehrverkehr: Gemeinde zerschlägt Migros-Pläne

Momentan werden für die Parzelle der Migros verschiedene Szenarien geprüft. (Symbolbild)

Momentan werden für die Parzelle der Migros verschiedene Szenarien geprüft. (Symbolbild)

Der Kaiseraugster Gemeinderat zont das Areal für den neuen Supermarkt nicht um – für Migros geht die Standortsuche im Ort weiter. Grund für den Negativentscheid waren unter anderem Eingaben von Quartierbewohnern.

Das war es mit den Plänen von Migros für einen neuen Supermarkt an der Kaiseraugster Landstrasse: An der «Gmeind» gab Gemeindepräsidentin Françoise Moser bekannt, dass man das rund 3000 Quadratmeter grosse Grundstück der Migros an der Landstrasse nicht umzonen werde. Im Rahmen der Revision der Bau- und Nutzungsordnung kam der Grossverteiler mit dem Anliegen einer Umzonung auf die Gemeinde zu, um auf dem eigenen Areal eine Filiale für rund zehn Millionen Franken zu bauen. Hierfür wäre eine Umzonung nötig, weil sich das Grundstück in einer Wohnzone befindet, in der keine Gewerbebauten zulässig sind.

«Die verkehrstechnische Erschliessung für eine publikumswirksame Nutzung dieser Parzelle ist aus unserer Sicht aufgrund der speziellen Lage an den beiden Kantonsstrassen – der Landstrasse und Gieben­acherstrasse – nicht gegeben», begründet Moser den Entscheid des Gemeinderats. So sei die vorgesehene Zufahrt durch das Quartier aufgrund der engen Verhältnisse nicht ideal und würde das Quartier mit Mehrverkehr übermässig belasten. Bereits im Mitwirkungsprozess sind entsprechende Eingaben von Bewohnern des Quartiers eingegangen, die auf diesen Umstand hingewiesen haben.

Lebensmittelversorgung durch Coop gewährleistet

Zudem sagt Moser, dass die Lebensmittelversorgung mit der Präsenz eines grossen Detailhändlers – gemeint ist die Coop-Filiale im Kaiserhof – gewährleistet sei. «Jedoch fehlen dezentrale Angebote in den Quartieren», so Moser weiter.

«Wir nehmen den Entscheid zur Kenntnis», sagt Daniela Lüpold, Sprecherin der Migros Aare. Nachdem im Mai der orange Riese seine Filiale im Liebrüti-Zentrum dichtgemacht hat, geht die Suche nach möglichen Alternativen weiter. Denn Migros möchte den Kunden in Kaiseraugst auch in Zukunft ein entsprechendes Angebot bieten können. Möglichkeiten werden hierzu gerade geprüft, so Lüpold. «Einen neuen, idealen Standort zu finden, wird eine Herausforderung sein.»

Derzeit führt die Eigentümerschaft der Liebrüti Gespräche für die Suche nach einem Ankermieter für das Liebrüti-­Zentrum, das umgebaut werden soll. Gemäss Lüpold sei eine Wiedereröffnung am ehemaligen Standort im Liebrüti-­Zentrum für Migros momentan keine Option.

Aussagen darüber, was mit der Parzelle der Migros nun passiert, kann das Unternehmen keine machen. «Wir prüfen momentan verschiedene Szenarien», so Lüpold. Die Parzelle ist in der zukünftigen Bau- und Nutzungsordnung als «W3» definiert und lässt Wohngebäude mit drei Vollgeschossen zu.

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Autor

Dennis Kalt

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