«Das Fortbestehen des Biohauses liegt mir sehr am Herzen. Wir haben darin viel Herzblut und Geld investiert», sagt Alfred Schädeli. Gemeinsam mit seiner Partnerin Bronya Dehlinger hat der Landwirt den Hof des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick gepachtet. Vom Hof aus führen und beliefern sie das Biohaus an der Widengasse. Noch. Denn dem Paar wurde 2017 der Pachtvertrag für den Hof auf Ende 2018 gekündigt.

Nach dem Ablauf des Pachtvertrags übernimmt das FiBL selber die Führung des Hofs. Die Umstrukturierung des bis anhin selbständig geführten Landwirtschaftsbetriebs erfolgt im Rahmen des anstehenden Ausbaus der Forschungseinrichtung.

Mehr Forschung

«Wir wollen den Hof stärker auf die Forschung ausrichten», sagt Florian Leiber, Mitglied der FiBL-Geschäftsleitung. Einige neue Gebäude für den Hof seien geplant, mitunter eine neue Stallanlage für Nutztiere. «So können wir gezielt kontrollierte Versuche direkt bei uns in Frick durchführen», sagt Leiber.

Weil das Landwirtepaar ohne Hof das Biohaus nicht mehr führen kann, sucht es nun nach einer Nachfolgelösung. Auf der Plattform bionetz.ch steht der Bioladen zur Übergabe ausgeschrieben. Auch im Newsletter des Biohauses habe man die Suche nach einem Nachfolger lanciert. «Wir haben schon einige Interessenten, doch es ist noch alles sehr offen», sagt Alfred Schädeli.

Man merkt, wie die aktuelle Situation um seinen Bioladen den Landwirt bedrückt. Den Mitarbeitenden des Biohauses habe man schon vor rund zwei Monaten die Karten offengelegt. Ob diese bei einem allfälligen Nachfolger weiter im Geschäft bleiben, liegt nicht in Schädelis Macht. «Für uns wäre es das Beste, wenn die Mitarbeitenden bleiben könnten. Bis jetzt konnten immer ein bis zwei Personen vom Biohaus leben.»

Besteht die Käserei weiter?

Wann die Übergabe an einen allfälligen Nachfolger stattfinden soll, lässt Alfred Schädeli offen. Ihm scheint der Wechsel während der Sommerferien oder auf Ende 2018 am sinnvollsten.

Neben zugekauften Fertigprodukten aus grossen Bio-Fabriken stehen aktuell auch Frischprodukte des FiBL-Hofs selber im Biohaus zum Verkauf. Ob der «neue» FiBL-Hof auch 2019 Produkte an das Biohaus liefern wird, ist derzeit unklar. Auch was und in welchem Umfang auf dem Hof überhaupt produziert werden soll, weiss man noch nicht. Das wohl bekannteste Produkt vom FiBL-Hof ist derzeit der selbstgemachte Käse.

Das Forschungsinstitut plant zusätzlich zum Umbau des Hofs den Bau neuer Büros und Labors, ein Gewächshaus und eine vergrösserte Konferenzinfrastruktur. Das Grossprojekt steht mit knapp 25 Millionen Franken in der Planung. Die Bauarbeiten dürften Mitte Jahr beginnen.

«Falls wir keinen Nachfolger fürs Biohaus finden, wäre das vor allem ein emotionaler Schaden», sagt Schädeli. «Es würde mich reuen, wenn der Laden nicht weiterbestehen könnte.»

Wie es für Alfred Schädeli und Bronya Dehlinger nach dem Ende der Pacht weitergeht, wissen die beiden noch nicht. Schädeli sagt, er werde sich vielleicht beim FiBL bewerben, falls eine Stelle für den umgebauten Hof ausgeschrieben werde. Vielleicht aber auch nicht.