Frick
Bislang waren im Fricktal 78 Asylsuchende in Isolation – «sie haben sich vorbildlich an die Regeln gehalten»

Der Kanton nutzt den ehemaligen A3-Werkhof während der Coronapandemie als Isolierstation für Asylsuchende. Der Betrieb laufe ruhig. Die Zwischenbilanz ist positiv.

Thomas Wehrli
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Pia Maria Brugger Kalfidis und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst in der Corona-Isolierstation.

Pia Maria Brugger Kalfidis und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst in der Corona-Isolierstation.

dka (Frick, 6. April 2020

Auf die Coronapandemie hat der Kanton auch im Asylbereich reagiert. Positiv getestete Personen und Verdachtsfälle werden temporär aus ihren Asylunterkünften in den ehemaligen A3-­Werkhof in Frick verlegt. Das Ziel: Die regulären Asylunterkünfte entlasten und die Ausbreitung des Virus eindämmen.

Die Anlage in Frick, die bis im Frühling 2020 als kantonale Asylunterkunft gedient hat, war bereits bei der ersten Coronawelle vor bald einem Jahr als Isolierstation im Einsatz. Das Konzept hat sich bewährt, und so hat der Kanton die Isolierstation Ende Oktober, als die Fallzahlen wieder rasant anstiegen, erneut eröffnet.

Zwei Personen mussten bislang hospitalisiert werden

Am Donnerstag hielt sich laut Pia Maria Brugger Kalfidis, Leiterin der Unterabteilung Asyl beim Kanton, nur eine Person in der Isolierstation auf. Das kann allerdings heute schon wieder anders sein; die Zahlen verändern sich durch Zu- und Abgänge täglich. «Im Durchschnitt befanden sich zwischen 10 und 20 Personen in der Unterkunft», sagt Brugger. Maximal können in der Isolierstation zeitgleich 50 Personen betreut werden.

«Die Maskenpflicht wird konsequent eingefordert»

Insgesamt hielten sich seit der Wiedereröffnung Ende Oktober 78 Asylsuchende im A3-­Werkhof auf. 52 von ihnen waren positiv auf Corona getestet, 26 befanden sich in Frick in Quarantäne. Von ihnen wurde später eine Person positiv auf Corona getestet. Bislang verlief der Krankheitsverlauf bei zwei Personen so schwer, dass sie in ein Spital verlegt werden musste; eine Person kam nach Rheinfelden ins Gesundheitszentrum Fricktal, die zweite ins Kantonsspital nach Aarau.

«Der Betrieb verläuft nach wie vor erfreulich ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle», sagt Brugger. Dies liegt zum einen an den klaren Regeln, zum anderen an der Disziplin der Asylsuchenden. «Bisher haben sich die Personen vorbildlich an die Regeln gehalten», sagt Brugger. Dabei spiele eine umfassende Information beim Eintritt in die Station eine wichtige Rolle. «Die Maskenpflicht wird konsequent eingefordert.»

Betreuungsteam kommt einmal pro Tag vorbei

Dass der Betrieb ruhig verläuft, liegt aber auch daran, dass das Betreuungsteam eingespielt ist. Es kommen die gleichen Personen wie während der ersten Betriebsphase im April und Mai 2020 zum Einsatz. Es würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter «mit einer hohen sozialen Kompetenz eingesetzt», sagt Brugger. Die Abläufe innerhalb der Anlage und mit allen Partnern «funktionieren bestens».

«Keine negativen Rückmeldungen zu verzeichnen»

Die medizinische Versorgung ist dabei rund um die Uhr sichergestellt. In der Regel besucht das Betreuungsteam die Asylsuchenden einmal täglich; «bei Bedarf erfolgt mehr als ein Besuch pro Tag», sagt Brugger. Anders als im Frühling 2020, wo aufgrund der kantonalen Notlage die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal in der Isolierstation im Einsatz stand, kommen die Mahlzeiten diesmal von einem Caterer aus der Region an. Die Mahlzeitenboxen werden vom Betreuungspersonal beim Caterer abgeholt und desinfiziert wieder zurückgebracht. Bei der Essensausgabe hält sich das Betreuungsteam an ein striktes Schutzkonzept.

Die klaren Regeln – die Asylsuchenden dürfen das Areal nicht verlassen und wenn sie sich auf dem Areal bewegen, müssen sie eine Maske tragen – zeigen sich auch an den Rückmeldungen aus der Bevölkerung. «Aufgrund des sehr ruhigen Betriebs waren keine negativen Rückmeldungen zu verzeichnen», sagt Brugger.

Pro Woche kostet Betrieb 22'000 bis 27'000 Franken

Pro Woche kostet der Betrieb der Isolierstation laut Brugger zwischen 22'000 und 27'000 Franken. Wie lange die Station in Betrieb bleibt, hängt von der Pandemie ab. Die Gemeinde Frick hat die Nutzungsdauer auf die Dauer der Pandemie beschränkt – längstens jedoch darf der ehemalige Autobahnwerkhof bis zum 31. Dezember 2022 als Isolierstation genutzt werden.