Frick

Brandgefährlich: Aargau verzichtet auf Ikea-Häuser im Asyldorf

Brandgefährliche IKEA-Häuser (18.12.2015)

Brandgefährliche IKEA-Häuser

100 Fertighäuser hat der Aargau für Flüchtlinge gekauft. Jetzt stellt sich heraus, dass sie besonders leicht entzündlich sind.

Aufgrund der Ergebnisse eines Brandtestes der Ikea-Häuser muss der Kanton sein Plan, die sogenannten «Shelters for Refugees» in einem Werkhof in Frick aufzustellen, absagen. Flüchtlinge sollen jedoch trotzdem in den A3-Werkhof kommen.

In der Messehalle in Zürich waren sie schon aufgestellt und wurden gestern Freitagmorgen den Medien präsentiert: Ikea- Häuser, sogenannte «Shelters», in denen künftig Flüchtlinge leben sollten.

Ursprünglich stammte die Idee aus dem Aargau, in zwei Hallen in Frick wollte der Kanton insgesamt 60 Ikea-Häuser aufstellen. In diesem «Asyldorf« sollen bis zu 300 Flüchtlinge untergebracht werden.

In Frick entsteht ein Dorf mit 60 Ikea-Hütten für Asylbewerber. (Tele M1, 29.10.2015 )

In Frick entsteht ein Dorf mit 60 Ikea-Hütten für Asylbewerber. (Tele M1, 29.10.2015 )

Doch daraus wird nichts, denn gestern hat ein Brandtest der kantonalen Gebäudeversicherung Zürich ergeben: Die Shelters sind im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich.

«Nach momentanem Kenntnisstand wäre die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner der Halle bei einer Verwendung der Shelters nicht gewährleistet», teilte die Medienstelle der Stadt Zürich mit. Damit wurde eine «brandschutzfachliche Bewertung» des deutschen Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn bestätigt.

Darauf reagiert der Kanton Aargau umgehend: «Das Departement Gesundheit und Soziales hat aufgrund der vorliegenden Informationen beschlossen, auf den Indoor-Einsatz der ‹Shelters for Refugees› in Frick zu verzichten», hält Balz Bruder, der Sprecher der zuständigen Regierungsrätin Susanne Hochuli, in einer Mitteilung fest.

Dies, obwohl die Aargauische Gebäudeversicherung den Einsatz der Wohneinheiten «aufgrund der Spezifikation des Materials – jedoch ohne Brandtest – zu einem früheren Zeitpunkt nicht als bedenklich eingestuft hatte», wie Bruder schreibt. Er führt aus, im Vordergrund stehe die Sicherheit der Flüchtlinge.

Kurz und knapp: Die Ikea-Häuser für Flüchtlinge im Aargau in 33,33 Sekunden erklärt.

Kurz und knapp: Die Ikea-Häuser für Flüchtlinge im Aargau in 33,33 Sekunden erklärt.

Dennoch verfolgt der Kanton seine Pläne im ehemaligen A3-Werkhof in Frick weiter. Bruder hält fest, bei den Hallen handle es sich um eine geeignete Infrastruktur, um Flüchtlinge unterzubringen handelt. Bruder sagt, in den nächsten Tagen werde der Kanton eine Lösung für «in jeder Hinsicht unbedenkliche Wohneinheiten» suchen.

Im Hinblick auf das geplante Asyldorf in Frick hat der Kanton bereits rund 100 Ikea-Häuser gekauft. Was passiert nun mit diesen «Shelters»? «Das Departement Gesundheit und Soziales wird sie künftig im Freien und nicht in Hallen zum Einsatz bringen», sagt Bruder.

Aufbau von «Shelters for Refugees» mit Asylsuchenden

Aufbau von «Shelters for Refugees» mit Asylsuchenden

Dies sei bei der Beschaffung der Häuser auch so geplant gewesen. Der Plan, die Shelters in der Halle in Frick aufzustellen, sei erst durch «veränderte Herausforderungen bei der Unterbringung von Asylsuchenden und mit Blick auf den Wintereinbruch» entstanden.

Bei der Realisierung der Unterkunft in Frick geht der Kanton nicht von grösseren Verzögerungen aus. Zwar wird das Baugesuch nicht mehr vor Weihnachten, sondern erst im Januar eingereicht, dennoch geht Bruder davon aus, dass sich der Zeitplan nicht entscheidend ändern wird.

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