Coronapandemie
Immer mehr Coronamutanten auch auf deutscher Seite – Situation um Grenzgänger weiter unklar

Dass die britischen und südafrikanischen Covid-19-Mutanten jetzt auch verstärkt in den Landkreisen Waldshut und Lörrach nachgewiesen werden, dürfte die Diskussion um die Testpflicht für Grenzgänger befeuern.

Hans Christof Wagner
Drucken
Teilen
Der tägliche Weg zur Arbeit führt für viele Menschen aus Bad Säckingen und Umgebung über den Schweizer Zoll.

Der tägliche Weg zur Arbeit führt für viele Menschen aus Bad Säckingen und Umgebung über den Schweizer Zoll.

Breuing/FRI

«Wenn die Schweiz auf die Liste käme, wäre die Grenze dichter als vor einem Jahr beim ersten Lockdown.» Das sagt Marc Borer, Referent der Grenzgänger-Beratungsstelle Infobest Palmrain. Mit der Liste meint Borer das Verzeichnis der Länder, die aus Sicht der deutschen Bundesregierung eine so hohe Dichte an mutierten Coronaviren aufweisen, dass man sich besonders vor ihnen schützen muss.

Die Grenzgänger, die von ihren Wohnorten in die Schweiz zur Arbeit pendeln, würde es hart treffen, sollte die Schweiz tatsächlich auf besagte Liste kommen. Sie müssten sich in diesem Falle alle 48 Stunden einem Coronatest unterziehen. Kaum praktikabel und mit enormem Aufwand verbunden – darin sind sich auch Fricktaler Arbeitgeber mit hohem Grenzgängeranteil einig (die AZ berichtete). Borer erklärt:

«Wie real die Gefahr ist, auf die Liste zu gelangen, kann ich nicht einschätzen, aber sie ist vorhanden.»

Tatsache ist: In den Landkreisen Lörrach und Waldshut – also jenen Wohnregionen, aus denen die deutschen Grenzgänger zur Arbeit ins Fricktal pendeln – sind die Verantwortlichen unvorbereitet. Wie eine mögliche Testpflicht für Grenzgänger aussehen könnte, wissen sie nicht. «Das war bei uns noch kein Thema», sagt etwa Tobias Herrmann, Sprecher des Landkreises Waldshut.

Dass mit einer solchen Testpflicht der Kreis Lörrach überfordert wäre, räumt auch Sprecher Torben Pahl ein: «In einem solchen Fall würden wir von Bund und Land Hilfestellungen für die Durchführung erwarten.» Baden-Württemberg hat jetzt auch die Übernahme der Kosten für die Tests zugesagt.

Auch in Deutschland immer mehr Mutantenfälle

Ein Staat kann einen anderen allerdings nur dann zum Virusvariantengebiet erklären, wenn die Mutationen bei ihm selbst nicht oder nur wenig verbreitet sind. Wie aktuelle Zahlen belegen, kommen die Mutanten aber auch in Deutschland immer mehr zum Vorschein, auch nachdem Baden-Württemberg seit dem 1. Februar alle positiven Coronatests auf Mutanten untersuchen lässt. Im Kreis Waldshut mit dem Testzentrum in Bad Säckingen wurden seitdem laut Herrmann 32 positive Fälle mit Mutationen festgestellt. Herrmann ist sich sicher:

«In wenigen Wochen wird der Mutant der dominierende Virustyp sein.»

Aktuelle Nachrichten