Wenn es stürmt und windet, wenn der neblige Herbst schon beinahe in den eiskalten Winter übergeht, dann ist Marroni-Zeit. Das weiss auch Raffaele Marino; er hat diesen Oktober kurzerhand einen Marroni-Stand vor seinem Geschäft in der Rheinfelder Altstadt eröffnet. «Der Stand ist eine kleine Aufwärmstation: Zu meinen italienischen Marroni gibt es dampfenden Kaffee to go», sagt Marino und ruft schon wieder durch die Gassen: «Marroni, heissi Marroni.»

Für die Altstadt

«Ich möchte den Leuten mit dem Marroni-Stand noch ein bisschen mehr bieten. Der Stand ist quasi mein Weihnachtsgeschenk an die Altstadt, ich mache damit praktisch keinen Gewinn, aber die Arbeit macht mir Freude», so der Marroniverkäufer.

Die Marroni sind aus Italien. Ebenso die vielen verschiedenen Nudeln, die Marino im Laden verkauft. Den Laden hat der gebürtige Italiener vergangenen Dezember übernommen. Seit drei Jahren lebt Marino mit Frau und Kindern in der Schweiz und hat vorerst als Koch gearbeitet. Nun steht er jeden Tag hinter der Theke im Laden und ab 13 Uhr draussen am Marronistand. «Ich habe mal mehr, mal weniger Kunden. Aber alle Altstadtbesucher freuen sich über das Angebot, auch weil ich ja draussen stehe und es so zu manchem netten Wortwechsel mit Passanten kommt», so Marino.

Marroni zu rösten sei ganz einfach. Man müsse mit Liebe an die Arbeit gehen, das mache den besonders guten Geschmack aus, schmunzelt der Marroniverkäufer. «Ich bringe die Kohle zum Glühen und lege die Kastanien auf den Rost. Wenn die Marroni essbereit sind, platzen sie auf. In der grossen Pfanne bleiben sie warm.»

Marino arbeitet allein, wenn jemand etwas im Laden kaufen möchte, verlässt er den Marronistand und betreut den Kunden. «Das geht gut. Im Laden ist zwischen zehn und zwölf am meisten los, erst danach gehe ich raus und heize die Kohle für die Marroni vor.» Von einer schlechten Kastanienernte in Italien hat Marino – auch preislich – nicht viel mitbekommen, denn er kauft nur in geringen Mengen ein und hat noch keine Erfahrung im Marroni-Handel. Zudem bleibe der Glace-Verkauf in wärmeren Monaten die beliebtere und rentablere Angelegenheit; sowohl für die Altstadtbesucher als auch für den Verkäufer selbst.

Vorerst aber sind Marinos Marroni noch bis zum 23. Dezember in der Marktgasse zu kaufen.