Hochrhein

Das Fischmonitoring geht in die Verlängerung – das sind die ersten Erkenntnisse

2017 wurden Tausende Fische im Rhein mit einem Peilsender ausgestattet.

2017 wurden Tausende Fische im Rhein mit einem Peilsender ausgestattet.

Das Bundesamt für Umwelt untersucht die Bewegungen der Fische im Rhein. Erste Erkenntnisse liegen nun vor – das Projekt aber wird fortgeführt.

Im Rhein sind rund 19'000 Fische unterwegs, die einen Peilsender tragen. Seit dem Frühjahr 2017 überwacht das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mittels eines elektronischen Monitorings das Wanderverhalten von Barben, Rotaugen und anderen Arten an den Kraftwerken Augst-Wyhlen, Rheinfelden, Ryburg-Schwörstadt und Bad Säckingen. Nun sei das Projekt bezüglich Datenaufnahme der markierten Fische abgeschlossen, sagt Andreas Knutti, Leiter der Sektion Lebensraum und Gewässer beim Bafu.

«Die Daten müssen nun zusammengeführt, ausgewertet und in einem Bericht niedergeschrieben werden», so Knutti. Dieser Schlussbericht wird für Ende März erwartet, im April ist eine Informationsveranstaltung für die involvierten Kraftwerke, Behörden und Verbände vorgesehen.

Moderne Anlagen bewähren sich

Erste Erkenntnisse lassen sich jetzt schon aus den Untersuchungen herauslesen. So hat sich etwa gezeigt, dass die modernen Fischaufstiegshilfen deutlich besser abschneiden als alte Fischtreppen. Zu diesen modernen Anlagen gehören einerseits die sogenannten Fischpässe, eine technische Aufstiegshilfe. Sie besteht aus aneinandergereihten Becken, die mit Öffnungen oder Schlitzen miteinander verbunden sind. Diese durchschwimmen die Fische und überwinden so die Höhendifferenz der Staustufe Becken für Becken. Andererseits gibt es die Umgehungsgewässer, eine naturnahe Aufstiegshilfe.

«Naturnah gestaltete Umgehungsgewässer müssen jedoch nicht zwingend besser sein, als nach dem neuesten Stand der Technik errichtete technische Fischpässe», sagt Knutti. Das hänge von spezifischen Faktoren ab. «Für die einzelne Anlage ist in jedem Fall die individuell beste Lösung unter den bestehenden Rahmenbedingungen zu finden.»

Grundel hat Mühe mit Aufstieg

Weiter haben die Untersuchungen bestätigt, dass nicht nur als klassische Wanderfische bezeichnete Arten wie Brachsmen oder Lauben intensiv wandern. «Erstaunlich ist auch, wie oft einzelne Fische durch die Fischwanderhilfen wandern. Teilweise kehren sie im Fischpass auch um», sagt Knutti. Oder sie schwimmen gar nicht erst in die Fischpässe. Schwarzmeergrundeln etwa konnten in den Fischpässen bisher keine festgestellt werden. «Sie scheinen also Mühe bei diesen KraftwerksAnlagen zu haben», sagt Knutti. «Allerdings ist die Stichprobe der markierten Grundeln klein und das Resultat mit Vorsicht zu geniessen.»

Die gesammelten Erkenntnisse aus dem Fischmonitoring fliessen nun in die Planungen für die Sanierung der Fischgängigkeit an den Kraftwerken ein. Sie seien notwendig für «die effiziente und effektive Umsetzung der Sanierung der Fischgängigkeit in der Schweiz», sagt Knutti. Diese steht in den kommenden Jahren an. Das 2011 in Kraft getretene revidierte Gewässerschutzgesetz verpflichtet die Inhaber von Wasserkraftanlagen nämlich dazu, ökologische Beeinträchtigungen – etwa der Fischwanderung – bis 2030 zu beseitigen.

Gleichzeitig ist vorgesehen, das eigentlich auf zwei Jahre angesetzte Fischmonitoring um ein Jahr zu verlängern. Dies, da so «mit verhältnismässig wenig Aufwand weiterhin wertvolle Informationen zu den markierten Fischen und ihrem Verhalten gewonnen werden können», wie Knutti erklärt. Die Untersuchung wird – wie dereinst auch die Sanierung der Anlagen – über den Netzübertragungsfonds, ehemals «Swissgrid-Fonds», finanziert.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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