Was haben «Berner Rose», «Usterapfel», «Heimenhofer» und «Bohnapfel» mit dem neue Fricker Gemeindehaus zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch beim gestrigen Spatenstich für das 12-Millionen-Projekt spielten die vier alten Apfelsorten dennoch eine Hauptrolle. Je ein Bäumchen jeder Sorte wurde auf einem Gemeindegrundstück an der Zwidellen gepflanzt – eines vom Gemeinderat als Bauherr, eines von Vertretern der Kantons- und Regionalpolizei als künftige Mieter, eines von den Planern des Architekturbüros Steiger Architekten, Baden und eines von Anwohnern.

Den Grund für die Pflanzaktion zum Baustart erklärte Gemeindeammann Daniel Suter: «Auf der Parzelle, auf der das neue Gemeindehaus zu stehen kommt, stehen derzeit vier Apfelbäume. Diese müssen dem Bau weichen und wir wollten sogleich neue Bäumchen pflanzen.»

Vier Wünsche für die Bauzeit

Passend zu den vier Bäumen äusserte der Gemeindeammann vier Wünsche: «Ich wünsche mir gute planerische Lösungen, eine gute qualitative Ausführung, eine unfallfreie Bauzeit und günstige Preise.» Suter blickte auch kurz auf die Geschichte des Neubauprojektes zurück. «Frick ist in den letzten Jahren gewachsen und die Verwaltung ist auch gewachsen. Mittlerweile herrscht im Gemeindehaus akuter Platzmangel.» Deshalb habe der Gemeinderat Lösungen gesucht – und mit dem Neubau auf der Nachbarparzelle des bestehenden Gemeindehauses gefunden.

Vor fast vier Jahren – die Zahl vier schien am «Spatenstich» allgegenwärtig – genehmigte die Gemeindeversammlung den Projektierungskredit. Anschliessend meisterte das Projekt alle demokratischen Hürden bis hin zum Referendum im Herbst 2013. «Dieses Ja hatte für den Gemeinderat vier Bedeutungen», so Suter, «es war die Bestätigung unserer Arbeit, es zeigte das Vertrauen der Bürger in den Gemeinderat und die Wertschätzung der Bürger für das Personal und es war ein Auftrag, haushälterisch mit den Finanzen umzugehen. Dies hat sich der Gemeinderat auch auf die Fahne geschrieben.»

«Passen und Freude machen»

Architektin Marion Steiger stellte das Projekt anschliessend kurz vor und sagte, sie sei stolz, das Projekt realisieren zu können. Und auch sie hatte einen Wunsch: «Wir hoffen, dass das Gemeindehaus dereinst nicht nur hier steht und funktioniert, sondern auch hierher passt und Freude macht.» Danach erläuterte sie den Bauablauf. Zunächst werden bei der abgebrochenen Schreinerei Huber provisorische Parkplätze erstellt. Im Oktober folgt dann der Aushub einer «ansehnlichen Baugrube». Dort entsteht zunächst die Tiefgarage und dann Etage für Etage das neue Gemeindehaus.

Nach rund einem Jahr soll der Rohbau stehen. Ein Jahr später – also etwa im Herbst 2016 – ist auch der Innenausbau abgeschlossen und das neue Gemeindehaus bezugsbereit. Nach dem Umzug der Verwaltung folgt die letzte Bauphase. «Wir sanieren das alte Gemeindehaus und passen es an die Bedürfnisse von Kantons- und Regionalpolizei an», so Steiger. Im Herbst 2017 sollen gemäss Plan also auch die Polizisten einziehen können. Damit sind die Bauarbeiten deutlich früher beendet, als die gepflanzten Apfelbäumchen erstmals Früchte tragen. Dies dürfte nämlich fünf bis sechs Jahre dauern.