Frick
Das «Trionettli» feiert sein 10-jähriges Bestehen

Vor zehn Jahren fing alles in einer Stube in Kaisten an, als Marc Suter von einer Reise durch Irland und Schottland zurückkam und mit Gabriel Kramer und Claudia (Jegen) Almeida auf dem Ofenbänkli die Freude an alten Schweizer Volkslieder entdeckte.

Claudia Meier
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Das Trionettli, die Piraten der Volksmusik
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Das Trionettli mit dem neusten Programm «Stalldrang» (von links) Marc Suter, Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer
Für die «Durdösuiss-CD» sangen sie ausgewählte Volkslieder zu viert
Der Trionettli-Initiator Marc Suter
Von Anfang an beim Trionettli Gabriel Kramer
Gründungsmitglied Claudia Jegen Almeida
Sonja Wunderlin stiess 2006 zum Trionettli

Das Trionettli, die Piraten der Volksmusik

Claudia Meier

Die Bauernhof-WG begann sofort, mit allen möglichen Instrumenten nicht nur Volkslieder, sondern auch Mani Matter Lieder und Werke von Schweizer Rockbands zu spielen. Nach nur gerade fünf Tagen gaben sie in Chur ein Strassenkonzert und begeisterten die Passanten. «Die Strasse war der geeignete Ort zum Experimentieren», berichtete Gabriel Kramer im Persönlich-Interview mit Moderator Andreas Fröhlich am Sonntag im Rampart in Frick von den Anfängen, «wir hatten aber keine Zukunftspläne.»

Eigener Stil

Auch Sonja Wunderlin, die 2006 zum Trionettli kam, sang bereits vor zehn Jahren, mochte aber die Musik der jungen Band nicht besonders. In Chur sammelte die Musikgruppe Geld für ein Trottinett, mit dem sie später auf Tournee gehen wollten. Dieser Umstand und der Wunsch mit Strassenmusik, den «Foifer und das Weggli» zu bekommen, gab dem Trionettli nach intensivem Brainstorming den Bandnamen.

Zunehmend wurde das Trionettli für öffentliche und private Auftritte engagiert. Die Folkloregruppe nahm laufend bekannte und fast vergessene Volkslieder in vier Landessprachen ins Repertoire auf, die sie stets originell, mit Witz und dem typischen Instrumentenmix aufführen. Das selbstgestaltete Bühnenbild und der eigenwillige Kleiderstil sorgen für einen grossen Wiedererkennungseffekt. Als sich Claudia (Jegen) Almeida 2006 aus familiären Gründen zurückzog, wurde Sonja Wunderlin zufällig angefragt, ob sie als Ersatz einspringen würde. Und sie sagte zu.

Hochs und Tiefs

Das Trionettli hat in den letzten zehn Jahren neben rund 500 Auftritten auch viele Krisen gemeistert. «Wir könnten uns vor dem Auftritt manchmal fast Gift geben, aber auf der Bühne halten wir immer zusammen», berichtete die Naturärztin, Sonja Wunderlin, spontan. Gabriel Kramer meinte: „ÍWir haben eben keinen Chef.» Und Marc Suter ergänzte: «Emotionen sollen Platz haben.» Dem Trio fällt es nach eigenen Angaben schwer, privates und berufliches zu trennen. Sie seien wie eine Familie, wo man bei Schwierigkeiten auch nicht einfach davon laufen könne und für die Kreativität seien die Auseinandersetzungen wichtig.

Bisher 3 CDs

Die Band gab bis heute drei CDs heraus und ging damit auf Tournee. Zuletzt mit der Traktour und dem Programm «Stalldrang» im Mai 2011. Beim Jubiläums-Show-Block mit Originalbühnenbilder und -besetzung erlebte das Publikum im vollbesetzten Rampart zehn Jahre Trionettli in 90 Minuten. Andreas Fröhlich parodierte einige Prominente, die dem Trionettli Glückwünsche überbrachten. So bilanzierte Chris von Rohr: «Ihr seid die Rolling Stones der Volksmusik.»

Die liebevoll gestaltete Ausstellung im Foyer zeigte neben der umfassenden Werkschau auch Gegenstände, die im harten Arbeitsalltag beschädigt wurden. So demolierte das Kleinpferd Ronja auf der Tournee 2005 das Banjo von Marc Suter. 2007 wurde das Instrument an einer Bushaltestelle von einem Auto überfahren.

Zukunftspläne

Die Band denkt immer wieder über die Zukunft nach. «Niemand hat Pläne zum Aufhören. Wir haben neue Lieder und auch schon geprobt», versicherte das Trio, das eine intensive Beziehung mit seinem «Fänklup» pflegt. «Wir haben rund 70 Fans», freute sich Gabriel Kramer über den wachsenden Fanclub, «und finden es schön, dass wir alle persönlich kennen». Am Geburtstag bekommen die Fans jeweils eine Überraschung vom Trionettli.

Es gibt nur wenige Orte im Fricktal, wo die Band noch nie aufgetreten ist. Gut möglich, dass die Piraten der Volksmusik in den kommenden Monaten die letzten weissen Flecken auf der Landkarte noch erobern werden.