Fricktal

Den Förstern im Fricktal fehlt es an Nachfolgern

Wenn der Förster einer Gemeinde pensioniert wird, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder sucht die Gemeinde einen Nachfolger oder sie schliesst sich einer Nachbargemeinde an.

Wenn der Förster einer Gemeinde pensioniert wird, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder sucht die Gemeinde einen Nachfolger oder sie schliesst sich einer Nachbargemeinde an.

In den nächsten Jahren werden mehrere Förster in der Region pensioniert. Bereits jetzt fehlt es an Jungen, welche die zweijährige Weiterbildung vom Forstwart zum Förster machen.

Im Forstkreis Jura-Fricktal werden bis im Jahr 2030 zehn der fünfzehn angestellten Förster pensioniert. Laut Nils Osterwalder, Leiter des Kreisforstamts Jura-Fricktal, bestehen momentan noch keine Probleme, Nachfolger zu finden. Das könnte sich aber bald ändern. Denn es fehlt bereits jetzt an Jungen, welche die zweijährige Weiterbildung vom Forstwart zum Förster machen.

 

Wenn der Förster einer Gemeinde pensioniert wird, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder sucht die Gemeinde einen Nachfolger oder sie schliesst sich einer Nachbargemeinde an. Die beiden Gemeinden «teilen» sich dann ihren Förster. Dieser betreut einerseits das Forstrevier und erhält andererseits den Forstbetrieb aufrecht.

Bisher war es so, dass sich die Gemeinden nach einer Pensionierung eher anderen Gemeinden angeschlossen haben, anstatt einen Nachfolger zu suchen. «Das führte dazu, dass die Gebiete der Forstbetriebe immer grösser und deshalb weniger Förster benötigt wurden», erklärt Osterwalder.

Pensionierungen in den nächsten 15 Jahren

Pensionierungen in den nächsten 15 Jahren

Seit einigen Jahren sei diese Entwicklung aber wieder rückläufig. «Die Gemeinden stellen vermehrt wieder neue Nachfolger ein. Das ist seit einiger Zeit auch unter den Förstern bekannt», sagt Osterwalder.

Trotzdem: «Heute reissen sich nicht mehr 20 Kandidaten um ein Revier wie früher», sagt André Schraner, Förster und Revierleiter im Mettauertal. «Wir werden schon in drei bis vier Jahren, wenn die nächsten Pensionen anstehen, Probleme haben, junge Förster zu finden.»

Andere Branchen attraktiver

In den letzten fünfzehn Jahren hatten junge Förster aufgrund der Zusammenschlüsse der Gemeinden laut Schraner kaum Chancen auf eine Stelle: «Ich verstehe, dass die Motivation, diesen Beruf zu ergreifen, nicht gerade gross ist.»

Viele entscheiden sich deshalb gegen die Weiterbildung und orientieren sich beruflich um. Ein bekanntes Problem der Branche. Förster sein, ist anstrengend und mit vielen Herausforderungen verbunden – sowohl körperlich als auch psychisch. Laut Osterwalder ist der Beruf dafür allerdings vergleichsweise schlecht bezahlt. Und Forstwarte seien zudem begehrt auf dem Arbeitsmarkt, weil sie sich gewohnt sind, hart anzupacken und auch unter schwierigen Bedingungen zu arbeiten.

Förster sind zuversichtlich

Es herrschen also nicht die besten Voraussetzungen, was die Nachfolge von Förstern angeht. Ein Fricktaler Förster, der namentlich nicht genannt werden will, zeigt noch mehr Punkte auf. Er erzählt: «Unsere Branche ist zunehmend unattraktiv für den Nachwuchs, weil es ihr wirtschaftlich nicht gut geht.» Das habe auch mit dem Preiseinbruch von bis zu 15 Prozent durch den starken Euro zu tun.

Die Branche werde aber wohl wieder einen Aufschwung erleben. «Nämlich dann, wenn die Leute merken, dass Handwerker gebraucht werden», so der Förster. Nils Osterwalder vermutet zudem, dass die bald freien Stellen wieder mehr Junge anziehen werden. Auch André Schraner ist zuversichtlich. Und er findet: «Die Natur kann ein bisschen warten, bis neue Förster kommen. Die hat schliesslich Zeit.»

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