Laufenburg

Denkanstösse durch Sichtbares und Imaginäres

Daniel Waldner mit seinem Werk «Auslaufmodell». SH

Daniel Waldner mit seinem Werk «Auslaufmodell». SH

Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung im Rehmann-Museum steht das Modell. Fünf Bildhauer geben Einblicke in ganz besondere Modellwelten

Nimmt ein Architekt an einem Architekturwettbewerb teil, so reicht er ein Modell des von ihm entworfenen Gebäudes ein. Im Physikunterricht bedient sich der Lehrer für den Anschauungsunterricht beispielsweise eines Dampflokmodells, und um die Anatomie eines Menschen besser zu verstehen, wird ein massstabgetreues Modell hergestellt. Was aber genau ist ein Modell, wozu dient es, was vermittelt es seinen Betrachtern? Antworten darauf und auch zusätzliche Denkanstösse sowie Raum für eigene Interpretationen gibt die neue Ausstellung «Sichtbares und Imaginäres» im Laufenburger Rehmann-Museum. Die neue Ausstellung mit diversen Begleitveranstaltungen (www.rehmann-museum.ch) beginnt am kommenden Samstag.

Mit seinem Werk «Auslaufmodell» liefert der Kaister Bildhauer Daniel Waldner Zündstoff für eine aktuelle Diskussion um den Atomausstieg. «Seine Arbeit polarisiert», sagt denn auch Cornelia Ackermann, die künstlerische Leiterin des Museums. Waldner hat ein Atomkraftwerk aus und in Sand gebaut. Das Holz des Sandkastens verfällt, der Sand läuft aus. «Es geht darum, die Vergänglichkeit darzustellen», so der Künstler. Eine weitere Arbeit von ihm im Rehmann-Museum zeigt das Miniaturmodell «Cyclope». Es ist der erste Entwurf des später für ein Theaterspektakel gebauten Bühnenbilds.

Sonnenturm und Raststätte

Der 94-jährige Bildhauer Erwin Rehmann präsentiert in der Ausstellung eine ganze Reihe von ihm entworfenen Miniaturmodellen. Viele davon wurden realisiert. Andere hingegen kamen nicht über das Modell-Stadium hinaus. Dahinter standen teils auch politische oder dorfgestalterische Entscheide.

So wurden etwa ein futuristischer Entwurf für eine Autobahnraststätte oder der Sonnenturm mit dazugehörenden Bauten im Zentrum von Kaisten nicht gebaut. Rehmann lädt weiter in Form einer Zeichnung zum Begehen eines imaginären Museums ein. Zum Eintauchen in Imaginäres fordert ebenfalls Judit Villiger mit ihren Objekten auf. Die Künstlerin nimmt vielfach Bezug auf Werke bekannter Kunstschaffender, beispielsweise auf die «Mona Lisa» von Leonardo da Vinci. Dabei konzentriert sie sich aber auf kleine Details, die sie dann in ganz eigenen Modellen wiedergibt.

Grosses auf ganz kleinem Raum wiedergeben steht auch bei René Odermatt im Zentrum. Etwa in Form von abstrahierten Skulpturen und Bäumen in einem Park «en plein air».

Aus dem, was Architektenstudenten beim Fertigen ihrer Modelle als «Abfall» hinterlassen, schafft Andreas Hofer neue, raumgreifende Modelle. Er bedient sich dabei der Kartonbögen, aus denen die Studenten ihre Entwürfe herauslasern. Eine zusätzliche Wirkung wird durch die Beleuchtung und den dadurch entstehenden Schattenwurf erzielt.

15 Jahre Ateliermuseum

Das Kunstjahr 2016 ist ein ganz besonderes für das Laufenburger Rehmann-Museum. Vor 15 Jahren wurde das Ateliermuseum mit Skulpturengarten eröffnet. Anlässlich dieses Jubiläums wird es in diesem Jahr gleich drei Ausstellungen geben. Eine davon wird in November am 95. Geburtstag des international bekannten Bildhauers Erwin Rehmann eröffnet.

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