An den Tischen in der Kaistener Sporthalle war bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Regio Laufenburg kaum ein Platz frei geblieben. 592 Stimmberechtigte hatten sich eingefunden. «Aktuell geht es darum, dass Vakuum zu füllen, dass die Ära Vincenz hinterlassen hat», blickte Oeschger auf die negativen Schlagzeilen rund um Raiffeisen Schweiz im vergangenen Jahr zurück. «Raiffeisen ist bedeutend mehr als das Fehlverhalten von ein paar wenigen in St. Gallen. Die genossenschaftliche Organisation schweizweit ist etwas ganz Besonderes und Einzigartiges», so Oeschger, der sich zuversichtlich zeigte, dass der neuen Geschäftsleitung von Raiffeisen ein Neustart gelungen sei.

Alleingang einzig gangbarer Weg

In Reaktion auf die Bekanntmachung der Aufnahme von Fusionsgespräche zwischen der Raiffeisenbank Regio Frick und der Raiffeisenbank Mettauertal erklärte Oeschger, dass die drei Präsidenten der Raiffeisenbanken im Oberen Fricktal in ständigem Austausch seien und er schon frühzeitig informiert war. «Ich betone in aller Deutlichkeit, dass von unserer Seite akzeptiert wird, dass die Raiffeisenbank Mettauertal und die Raiffeisenbank Regio Frick vertiefte Fusionsgespräche aufnehmen, und wir werden uns auch nicht in den Abstimmungskampf einmischen», so Oeschger. Er führte aus, dass in der Vergangenheit eine Fusion für die Raiffeisenbank Regio Laufenburg eine Möglichkeit dargestellt hatte, aber nicht für die beiden anderen Banken, sodass für die Raiffeisenbank Regio Laufenburg der Alleingang als «der einzig gangbare Weg» blieb.

Oeschger erinnerte daran, dass er schon im vergangenen Jahr festgestellt hatte, dass die Raiffeisenbank Regio Laufenburg die beste Gesamtkapitalquote aller Raiffeisenbanken in der Schweiz habe. Besonders der hohe Anteil an Eigenkapital ermögliche «einen unbeschwerten Blick in die Zukunft». Allerdings warnte Oeschger, dass die Hypothekarzinsen mit der Zeit rapide gefallen sind und sich der 0-Prozent-Verzinsung der Passivgelder annäherten, wodurch der Bruttogewinn sinke. Die Raiffeisenbank Regio Laufenburg sei aber gut aufgestellt, da mit dem Anlagengeschäft ein zweites Standbein aufgebaut worden war. Oeschger verkündete, dass eine Projektgruppe zur Standortüberprüfung eingerichtet wurde. Grundsätzlich sollen die Standorte Kaisten und Sulz erhalten bleiben, aber die Kundenzonen entsprechend dem veränderten Kundenverhalten umgebaut werden.

2018 konnte erneut ein gutes Ergebnis erzielt werden, eröffnete Bankleiter Peter Senn seinen Geschäftsbericht. Er führte aus, dass die Bilanzsumme um 7,6 Mio. Franken auf 355,4 Mio. gestiegen sei, was hauptsächlich auf die höhere Nachfrage beim Hypothekengeschäft zurückzuführen sei, während die Kundengelder stabil blieben. Zum Jahresende betrugen die Kundengelder 275,6 Mio. Franken und die Ausleihungen 312,6 Mio. Franken, was einer Nettozunahme von 5,6 Mio. entspricht. Etwa 88 Prozent der Ausleihungen sind über Kundengelder gedeckt, der Rest wird vorwiegend über ein Pfandbriefinstitut refinanziert. «Der Geschäftserfolg hat gegenüber 2017 massiv zugelegt», erklärte Senn. Der Geschäftserfolg betrug 2,26 Mio. Franken. Auf der Kostenseite sind die grössten Positionen die Personalkosten mit 1,845 Mio. Franken und Sachaufwendungen von 1,1 Mio. Franken.

Der Jahresgewinn betrug 197 685 Franken. Die Zahl der Mitglieder ist von 3178 auf 3152 Mitglieder gesunken. Der Verwaltungsrat beantragte die Verzinsung der Anteilscheine mit 6 Prozent wie im vergangenen Jahr. Die Versammlung traf den Beschluss einstimmig, wie auch die Entlastung der Organe und die Genehmigung der Jahresrechnung einstimmig beschlossen wurden. Während Aargauerbraten mit Metzgersauce und Kartoffelstock serviert wurden, sorgten nach Ende des offiziellen Teils das Trio Saxiano und die Showgruppe vom Turnverein Sulz für beste Unterhaltung.

Ehrungen: Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Margrit Meier-Weiss, Ewald Kalt, Edgar Obrist, Robert Rüede und Lukas Winter geehrt.