Frick

Der entscheidende Schritt zum Neuanfang: Frick hat jetzt zwei Pfarrer

Leszek Ruszkowski (rechts) nahm die Einsetzung von Matthias Jäggi (Zweiter von links) und Christian Vogt (links) vor.

Leszek Ruszkowski (rechts) nahm die Einsetzung von Matthias Jäggi (Zweiter von links) und Christian Vogt (links) vor.

Nach schwierigen Jahren hat die Reformierte Kirchgemeinde Frick mit Matthias Jäggi und Christian Vogt nun zwei neue Pfarrer.

Der entscheidende Schritt zum Neuanfang der Reformierten Kirchengemeinde Frick ist getan. Mit einem Amtseinsetzungsgottesdienst wurden am gestrigen Sonntag die beiden im Juni dieses Jahres neu gewählten Pfarrer Matthias Jäggi und Christian Vogt offiziell in ihr Amt eingeführt. Bei aller Freude über den Dienstantritt der beiden Geistlichen – in Anbetracht der Hygiene- und Abstandsregeln wurde auf das sonst übliche Begrüssungsfest mit gemeinsamem Abendessen im Anschluss an den Gottesdienst verzichtet.

Es sei nicht nur ein Neuanfang im Leben von Pfarrer Matthias Jäggi und Pfarrer Christian Vogt, sondern auch ein wichtiger Neuanfang für die Kirchgemeinde selbst, betonte Vizedekan Leszek Ruszkowski. Dass die Gemeinde sich neu formiert und zwei «tolle Pfarrer» gefunden habe, nötigte ihm angesichts so mancher Schwierigkeit in der Vergangenheit Respekt ab. Dafür habe es «sehr viel Arbeit, Engagement und Herzblut gebraucht», so der Dekan.

Neue Rezepte, Kreativität und Liebe

Die Pandemie, das riet der Dekan, sei als Chance zu sehen und als spirituelle Inspiration zu nutzen. Paradoxerweise zeige gerade der gesetzlich vorgeschriebene Sicherheits- und Hygiene­abstand, wie sehr die Menschen in der Gemeinde miteinander verbunden seien. Durch das Social Distancing bestehe nämlich die Gefahr, dass Menschen verkümmerten, warnte Ruszkowski. «Leidet nur ein Glied, so leiden alle Glieder mit», zitierte er aus dem ersten Korintherbrief. Es gebe keine immune Rasse und kein immunes Geschlecht: «Wir Menschen sitzen alle in einem Boot.» Eben hierin bestehe die Hauptaufgabe, die ein Pfarrer in einer Gemeinde zu erfüllen habe, so die ermunternde Mahnung an beide neuen Pfarrer. Angesichts eines Virus, das gleichermassen Zusammenhalt und Zerstörung offenbare, zeige sich, dass es zur Schaffung von Gemeinschaft jetzt «neue Rezepte und Kreativität und Liebe» brauche. Die Menschen bräuchten in Zeiten von Corona die Frohe Botschaft nicht weniger, sondern mehr als sonst.

Die im Lukasevangelium überlieferte Begebenheit in Emmaus einige Tage nach dem Tode Jesu sorgte für das inhaltlich-spirituelle Motto des Gottesdienstes. «Brannte es nicht wie ein Feuer in unseren Herzen, als er unterwegs mit uns sprach?», zitiert das Evangelium einen der Apostel. Pfarrer Matthias Jäggi und Pfarrer Christian Vogt nahmen die Symbolik des Feuers auf und verwoben diese in einer durchaus originell dargebotenen Dialogpredigt.

Im Stile einer programmatischen Antrittspredigt legten die beiden Geistlichen ihre Haltungen dar. Einig waren sich beide Pfarrer in der Notwendigkeit eines inspirierenden und Gemeinschaft bildenden Feuers, das Herzen wärmen und die Gemeinde in Bewegung bringen könne. «Wir möchten mit Euch immer an diesem Feuer sitzen und es in die Welt hinaustragen», kündigte Pfarrer Jäggi an.

Trotz der coronabedingten Begrenzung auf 50 Personen beim Gottesdienst in der Kirche mussten interessierte Gemeindemitglieder nicht auf die Amtseinsetzungszeremonie verzichten. Dank entsprechender technischer Vorbereitungen durch die Kirchgemeinde konnte der Gottesdienst als Livestream im Internet mitverfolgt werden. Für eine deutliche Aufwertung des Festaktcharakters sorgte dabei die hörenswerte musikalische Gestaltung durch Sanne Lorenzen (Orgel) und Philip Boyle (Posaune).

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