Am Ende waren dann doch noch einige Extraschichten der Präparatoren erforderlich, um das fast vollständig erhaltene Skelett des 210 Millionen Jahre alten Plateosauriers XL pünktlich zur Vernissage im Gemeindehaus Frick präsentieren zu können. Ein zutiefst beeindruckendes Exemplar, das in fast originalgetreu aufgearbeiteter Auffindsituation in der Tongrube Gruhalde vor vier Jahren jetzt erstmals gezeigt wird.

«Eine kleine Sensation war dieser Fund», freute sich Gemeinderätin und Präsidentin der Saurierkommission Susanne Gmünder Bamert bei der Begrüssung der Gäste. Aber zugleich auch eine anspruchsvolle Herausforderung an das Museumsteam. Mit seinen fast acht Metern Länge sprengte XL die Möglichkeiten, ihn im Sauriermuseum auszustellen. Da bot sich das Gemeindehaus nicht nur wegen seines grosszügigen Eingangsbereiches an, sondern auch, weil es für jeden Bürger wochentags täglich geöffnet ist. Bis zum 6. September ist nun der «Fricker Dino», wie er liebevoll genannt wird, zu bewundern, bevor er dann auf Reisen geht. Das Interesse ist weltweit gross.

Das vollständigste Skelett eines Dinos in der Schweiz

Vom ersten Tag der Entdeckung dieses besonderen Fundes begleitete Andrea Oettl, Leiterin des Sauriermuseums Frick, seinen weiteren Werdegang. In ihrer Einführung zur Ausstellung betonte sie, dass dies das bisher grösste und vollständigste Skelett eines Dinosauriers in der Schweiz ist. Nur der eher kleine Kopf und ein kurzes Schwanzstück fehlen. Somit ist XL von immenser wissenschaftlichen Bedeutung. Sie zeichnete ein sehr anschauliches Bild dieses stattlichen Riesen. Als Vorläufer seiner Art stand er am Beginn der gesamten Dinosaurierentwicklung im Erdmittelalter Ende des Trias. Andere Arten kamen erst viele Millionen Jahre später.

Wahrscheinlich waren die Plateosaurier Pflanzenfresser, hatten mächtige Hinterbeine, kräftige Klauen sowie kleinere Vorderbeine. Neben seiner stattlichen Grösse zeigt der «Fricker Dino» noch einige andere Besonderheiten, führte Oettl weiter aus. Unter seinem Schulterblatt konnten Hautabdrücke eines Plateosauriers entdeckt werden, ein Magenstein aus Quarz innerhalb des Rippengerüsts fanden sich sowie Bissspuren in den letzten verbliebenen Schwanzwirbeln.

«Er starb wohl aus Erschöpfung»

«Aus der Auffindposition unseres Dinos kann man sagen, dass er wohl aus Erschöpfung starb und versteinerte. Das geht aus der normalen Schlaf- und Ruheposition sowie der ausgestreckten Beinhaltung hervor», erklärte Präparator und Grabungsleiter Ben Pabst. Zwar wurden in der Tongrube und auf dem Frickberg schon viele Skelette gefunden, ein solches ist jedoch sehr selten. «In einem äusserst aufwendigen Präparationsprozess wurde dieser Plateosaurier genauso aufgearbeitet, wie wir ihn gefunden haben.» Präpariert in kleinen Einheiten kann er gut transportiert sowie auf- und abgebaut werden.