Oeschgen

Der Oeschger Gemeinderat wurde vom Stimmvolk ausgebremst

Die Gemeindeversammlung hält am Entscheid, flächendeckend Tempo 30 einzuführen, fest.

Tempo 50 gilt in Oeschgen bald nicht mehr - dafür Tempo 30.

Die Gemeindeversammlung hält am Entscheid, flächendeckend Tempo 30 einzuführen, fest.

In der Gemeinde Oeschgen wird flächendecken Tempo 30 eingeführt. Das wurde an der Gmeind bekräftigt. Die Diskussion dazu war teilweise hitzig.

Der Oeschger Gemeinderat ist ausgebremst worden. Dessen Antrag, Tempo 30 nicht im ganzen Dorf einzuführen, lehnten an der Gemeindeversammlung am Freitagabend 76 von 107 Anwesende ab. 27 Personen stimmten dem Antrag zu. Somit bleibt alles beim Alten: Im Juni 2019 hatte eine Mehrheit der Oeschger Stimmberechtigten den Gemeinderat beauftragt, die Ortschaft zur flächendeckenden Tempo-30-Zone zu machen.

Dass der Gemeinderat trotzdem eine neue Variante ins Spiel brachte – beim Strassenabschnitt ab Haltestelle Hinterdorf bis zum Dorfausgang Richtung Frick soll weiterhin Tempo 50 gelten – brachte ihm harsche Kritik ein. Da half auch der Hinweis, dass die Hinterdorfstrasse mit dem ausgebauten Gehweg keine Sicherheitsdefizite aufweise, nichts. Ebenso der Hinweis von Gemeinderat Marco Cafaro, Tempo 30 in der Hinterdorfstrasse hätte negative Auswirkungen auf den Fahrplan des Postautos nach Frick.

Wegen Tempo 30: Postauto könnte sich verspäten

Das sei reine Angstmacherei, sagte Marco Arnold in der zeitweise hitzig geführten Diskussion. Das Postauto sei zwar wichtig für Oeschgen, aber hier hole das Postauto andernorts entstandene Verspätungen von bis zu 20 Sekunden wieder auf, «das Problem entsteht nicht hier». Arnold weiter: «Wir können nicht für die anderen Gemeinden den Bölimann spielen.» Ausserdem habe der Gemeinderat den Auftrag, Tempo 30 flächendeckend einzuführen, nicht erfüllt, so Arnold.

Seine Forderung, den Willen der Bevölkerung ernst zu nehmen, beantwortete Gemeindeammann Christoph Koch so: «Wir negieren nicht den Willen der Bevölkerung. Wir sind das Projekt umgehend angegangen.» Aber es müsse allen bewusst sein, dass aufgrund möglicher Verspätungen des Postautos die Zuganschlüsse von Frick nach Zürich «gekappt werden könnten». Darauf wies auch Andreas Zimmermann, Betriebsplaner bei der Postauto AG, hin. «Wir werden sehen, welche Auswirkungen dies hat. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass man in Richtung Zürich keinen Anschluss mehr hat», sagte er.

Das weitere Vorgehen: Im Oktober 2020 soll die Signalisierung ausgeschrieben und vergeben werden. Deren Umsetzung soll im Frühling 2021 erfolgen. In dem Zusammenhang berichtete Christoph Koch, dass die Bushaltestelle Brückenwaage in die Vorstadt verlegt wird.

Die Versammlung sagt Ja zum Jurapark

Die weiteren Traktanden, unter anderem der Antrag auf einen Verpflichtungskredit von 55000 Franken für die Erneuerung der Gemeinde-IT, nahm die Versammlung an. Der Verkehr wurde im Zusammenhang mit der Sanierung der Kaistenbergstrasse noch einmal ein Thema. Diese Massnahme, die zwischen Sommer 2021 und Sommer 2022 in einer Vollsperrung gipfeln soll, wird laut Gemeindeammann Koch zu Schleichwegen führen. Der Gemeinderat möchte deshalb, dass die Strecke über Warthof gesperrt wird. Es könnten aber Ausnahmegenehmigungen für Oeschger Bürger ausgestellt werden.

Ja sagte die Versammlung zur Aufnahme in den Jurapark Aargau. Über Neuaufnahmen wird kommenden Mittwoch die Juraparkversammlung bestimmen. Christoph Koch berichtete, dass Christian Fricker, Präsident des Planungsverbandes Fricktal Regio, sich dafür einsetzen wird – dies auch vor dem Hintergrund, dass Frick einen Antrag gestellt hat, wodurch Oeschgen geografisch in dem zusammenhängenden Jurapark-Gebilde nicht mehr isoliert wäre.

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