Fricktal

Deutlich mehr Abfall: Wegen Corona landen derzeit mehr Müllsäcke in den Containern

Aufgrund des Lockdowns haben die Leute mehr Zeit für Putz- und Aufräumarbeiten – die Menge an Hausmüll steigt.

Aufgrund des Lockdowns haben die Leute mehr Zeit für Putz- und Aufräumarbeiten – die Menge an Hausmüll steigt.

Der Lockdown führt zur volleren Containern und damit zu Mehrarbeit bei Müllabfuhren. Der Zugang zu Sammelstellen wird zudem eingeschränkt.

Kurzarbeit, Homeoffice, Lockdown – dass derzeit so manch eine Person ungewöhnlich viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt, bemerken auch die Müllentsorger. So etwa die P. Pfister AG in Oeschgen, die für die Abfuhr im oberen Fricktal verantwortlich ist. Im Vergleich zum Februar hat die Menge an Hauskehricht in Frick im März von 78'000 auf 100'000 Kilogramm zugenommen. «Die Container von Überbauungen sind voller und die Arbeiter haben mehr zu tun», sagt Vreni Pfister von der P. Pfister AG.

Ähnlich sieht es im unteren Fricktal aus: Hier verzeichnete der Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung unteres Fricktal im März 2020 im Vergleich zu März 2019 einen Anstieg von etwa 15 Prozent an verkauften Marken für Kehrichtsäcke. «Aktuell haben die Leute mehr Zeit für Putz- und Aufräumarbeiten zu Hause», so Geschäftsstellenleiter Markus Amsler.

Wichtig, so Pfister und Amsler, sei es, dass etwa Taschentücher und Hygieneartikel in einem Plastiksack gesammelt werden. «Dieser soll dann verknotet und im normalen Hauskehrichtsack entsorgt werden», sagen sie unisono.

Nur zur Sammelstelle, wenn es unbedingt notwendig ist

So manch einer stellt sich die Frage, ob er derzeit den Gang zu den Sammelstellen für die Mülltrennung überhaupt wagen soll. Hierzu sagt der Fricker Gemeindeschreiber Michael Widmer: «Wer genügend Platz hat, um getrennt gesammelte Wertstoffe wie Alu, Glas, Karton und Papier bis nach der Krise aufzubewahren, soll mit der Entsorgung warten.» Auch die Stadt Rheinfelden empfiehlt, die Sammelstellen nur aufzusuchen, wenn es unbedingt notwendig ist.

So sagt denn auch Roger Erdin, Stadtschreiber von Rheinfelden: «In Haushalten, in denen Erkrankte oder unter Quarantäne stehende Personen leben, soll auf die Abfalltrennung verzichtet werden.» Das heisst, dass auch separat gesammelten Abfälle wie PET-Getränkeflaschen, Aludosen oder Altpapier mit dem normalen Kehricht entsorgt werden sollen. In Laufenburg weist Stadtschreiber Marco Waser darauf hin, dass es diverse Nachbarschaftshilfen und Vereine gibt, welche die Mülltrennung für Risiko­patienten übernehmen.

Damit bei der Laufenburger Sammelstelle Menschenansammlungen vermieden werden, muss der Abfall gestaffelt abgegeben werden. Zuweilen muss deshalb vor dem Eingang der Sammelstelle mit grosszügigem Abstand zu anderen Personen gewartet werden, sagt Waser. «Diesbezüglich wurde ein Tropfensystem beim Zugang eingerichtet.» Ebenso achtet das Betreuungspersonal bei der Sammelstelle in Frick darauf, dass immer nur einer einzelnen Person die Zufahrt zur Sammelstelle gewährt wird.

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Autor

Dennis Kalt

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