Rheinfelden/Frick
Die Basellandschaftliche hat ihren Angriff aufs Fricktal gestartet

Die 14 Mitarbeitenden der BLKB-Fricktal-Crew haben ihre Arbeit aufgenommen. Die Region soll zur wachstumsstärksten der Bank werden.

Thomas Wehrli
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Ein Grossteil der neuen Fricktal-Crew kommt von der NAB und kennt die Region.

Ein Grossteil der neuen Fricktal-Crew kommt von der NAB und kennt die Region.

GEORGIOS KEFALAS

Der Bankenmarkt ist heiss umkämpft – erst recht, seit die Credit Suisse (CS) im August bekannt gab, dass sie ihre Tochter, die Neue Aargauer Bank (NAB), vollständig ins Mutterhaus integriert und die Marke NAB vom Markt verschwinden lässt. Das kam bei vielen Aargauerinnen und Aargauern gar nicht gut an. Bei anderen Banken dagegen schon: Sie sehen im NAB-Aus eine Chance auf neue Kunden und buhlen seit dem Spätsommer intensiv und mit grossflächigen Inseraten um die Gunst von wechselfreudigen Kunden.

Im Fricktal dreht das Bankenkarussell sogar noch etwas heisser, denn hier nutzt die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) die Gunst der Stunde und markiert neu in Rheinfelden und Frick Präsenz. Die Filiale in Rheinfelden ist bereits seit Anfang Dezember offen, jene in Frick folgt im Februar. Das Ziel ist klar: Es sollen nicht nur die bestehenden 7000 Kunden aus dem Fricktal behalten werden, sondern die Bank will kräftig Neukunden hinzugewinnen.

Die BLKB zeigt dabei ein doppelt gutes Händchen. Zum einen ist der Zeitpunkt für den Markteintritt perfekt gewählt; zum anderen hat sie in Sachen Mitarbeitende ein gutes Händchen bewiesen: Ein Grossteil der neuen Fricktal-Crew kommt von der NAB und kennt die Region. Das dürfte die Akquirierung von Neukunden deutlich vereinfachen.

Die neue Fricktal-Crew ist Anfang Jahr gestartet

Mathis: «Wir sind überzeugt, dass uns der Markteintritt gelingt.»     

Mathis: «Wir sind überzeugt, dass uns der Markteintritt gelingt.»     

zvg

Die neue Fricktal-Crew für Privat- und Unternehmenskunden ist am 4. Januar gestartet. «Wir wurden von Seiten der BLKB sehr herzlich und mit offenen Armen empfangen», sagt Jan Mathis, Leiter Region Fricktal im Bereich Private Vermögens- und Finanzberatung. «Wir merkten schon nach wenigen Tagen, dass wir dieselben Werte hochhalten und die gleiche Sprache sprechen. Das fühlt sich richtig gut an.»

Kein zeitintensiver Vorlauf

Richtig gut auch, weil man sich schon kennt. «Das erleichtert die Startphase enorm», so Mathis. «Wir haben uns das Vertrauen und den gegenseitigen Respekt über viele Jahre aufgebaut und wissen auch am neuen Ort, dass wir uns aufeinander verlassen können.» Gegenseitiges Beschnuppern sei nicht nötig, «wir können uns gleich uneingeschränkt unseren Kundinnen und Kunden widmen».

Die Strategie der BLKB kommt so ohne den sonst üblichen und bisweilen zeitintensiven Vorlauf aus. Entsprechend sind auch die Zielsetzungen, die Mathis an sich und sein Team stellt, ambitioniert. «Die neue Region Fricktal soll aufgrund ihrer Ausgangslage zeitnah zu den wachstumsstärksten Regionen im internen Quervergleich zählen.» Was das in Zahlen heisst, will Mathis nicht sagen. «Erträge/Budgetvorgaben auf regionaler Basis geben wir nicht bekannt.»

Negativer Einfluss von Corona hält sich in Grenzen

Offen beantwortet er hingegen die Frage, ob er mit Wechseln von Kunden von anderen Banken, insbesondere der CS, rechnet. «Ja, unser Ziel ist es, Privatpersonen wie Unternehmen im Fricktal von uns, unseren Werten und unseren Produkten und Dienstleistungen zu überzeugen.» Mathis ist optimistisch, dass dies gelingen wird. «Es ist mir dabei wichtig, zu betonen, dass wir uns dabei ganz auf uns und unsere Stärken und nicht auf einzelnen Mitbewerber konzentrieren.»

Erschwert wird der Start im Fricktal durch die Coronapandemie. Sie habe einen Einfluss auf die Anfangsphase, räumt Mathis ein, «spielt jedoch nicht eine entscheidende Rolle». Zum einen seien physische Treffen unter Einhaltung der Schutzmassnahmen weiter möglich, zum anderen «beobachten wir, dass die Beratung auch vermehrt via elektronischen Medien stattfindet».

Prozesse müssen rasch verinnerlicht werden

Hier sei die BLKB auf dem neuesten technischen Stand. Auch die interne Kommunikation funktioniere dank dem Einsatz von modernen Kommunikationsmitteln sehr gut. «Trotz allem freuen wir uns, wie die meisten Menschen, wieder auf eine unbeschwertere Zeit nach der Pandemie», so Mathis.

In einer ersten Phase geht es auch um eine Konsolidierung des Teams in der BLKB-Kultur. Fachlich sei man startbereit. «Um unserer Kundschaft ein echtes Beratungserlebnis bieten zu können, müssen wir nun so rasch wie möglich die neuen Tools und die Prozesse verinnerlichen», so Mathis.

Die BLKB bindet die Fricktal-Crew dabei von Anfang an ins Daily Business ein und «hat uns einen gut strukturierten Einarbeitungsplan vorgelegt», erzählt Mathis. Zudem stehen den Neuen erfahrene Kolleginnen und Kollegen zur Seite. «Daher werden wir bereits die nächsten Tage aktiv den Kontakt zu unseren Kundinnen und Kunden aufnehmen.»

Mit 14 Mitarbeitenden im Fricktal präsent

In der Region Fricktal ist die BLKB Anfang Jahr mit insgesamt 14 Mitarbeitenden gestartet. Neun im Bereich Private Vermögens- und Finanzberatung und fünf im Bereich Unternehmenskundenberatung. «Es ist geplant, dass in Frick und Rheinfelden je sieben Mitarbeitende tätig sind», so Mathis. Je nach Arbeitsfluss werden sich die Standorte Frick und Rheinfelden dabei gegenseitig unterstützen. Er ist zuversichtlich: «Wir sind überzeugt, dass uns der Markteintritt gelingt, und hoffen, dass wir mittel- bis langfristig sogar noch Personal aufstocken können.»