Das Plakat zum zehnten Strassentheaterfestival macht Lust, in die Brückensensationen einzutauchen. Es lädt zu unterhaltsamen, akrobatischen Shows von 24 Künstlergruppen aus neun Ländern am Rhein ein, bei denen auf unterschiedliche Weise Beziehungen eine Rolle spielen. Mit 89 Einzelshows an drei Tagen – vom 19. bis 21. August – legen Kulturamtsleiter Claudius Beck (DE) und Kulturbüroleiterin Brigitte Brügger (CH) ein richtig dickes Programm auf mit renommierten Namen der Szene. Dabei gibt es auch ein Wiedersehen mit einzelnen Künstlern, die hier schon grossen Eindruck beim Publikum gemacht haben.

Die «kontinuierliche Aufwärtsentwicklung» freut Oberbürgermeister Klaus Eberhardt als Schirmherrn des Festivals. Er hat im vergangenen Jahr einen «Hype festgestellt», weil mehr Besucher Auftritte sehen wollten, als manche Show verkraften konnte. Mit den Brückensensationen verbinde sich nicht nur eine «sehr gute Zusammenarbeit» über die Grenzen, sie haben es nach seiner Erfahrung durch ein wachsendes Publikum auch erreicht, dass die «Brücke zur neuen Mitte beider Rheinfelden geworden ist». Das Strassentheater-Festival bestätige sich als «der Moment, der Verbindungen schafft» und zum Austausch der Bewohner aus der Region beiträgt.

Drei Tage Unterhaltung

Lob findet das Festival aber auch wegen seiner heiteren Komponente. Es bietet jedem Besucher etwas und tritt nicht elitär auf. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal wollen sich die beiden Städte weiter einen Namen machen.

Die Veranstaltungsplätze links und rechts des Rheins, die Brücke mit dem Inseli in der Mitte halten das Publikum in Bewegung. Die meisten Akteure wechseln mehrfach die Plätze für ihre Auftritte. Der Eröffnungsabend stellt sich mit einem Trommelwirbel ein. Ulik, Publikumsliebling der ersten Stunde, kehrt mit seiner neuesten Inszenierung Robotik Theater zurück. An ihm führt, wie Beck meint, dieses Mal «kein Weg vorbei». Mit Ulik kündigt sich spannende Maschinen-Komik an und im zweiten Teil des Abends auf dem Platz am Zoll ebenfalls in einer Roboternummer der «Tanz eines verliebten Paares».

Der Eröffnungsabend spielt sich von 20 Uhr an auf der Inseli-Bühne ab mit einem Jubiläumsspezial. Eine «grandiose Show», so Beck, werden unter anderem um 22 Uhr «Die Maiers» mit ihrer artistischen Clownerie «Just married» bieten. Das Entertainer-Duo, das aus dem Wiesental und Waldshut kommt, hat international Karriere gemacht. Für Beck erfüllt sich mit ihrem Auftritt ein Traum. Die Titelhelden gelten als ein Programmhöhepunkt. Das Duo ist auch samstags und einmal sonntags mit seinem 30-minütigen Auftritt zu sehen.

Kunst hat einen Preis

Das Publikum hat zu allen Angeboten freien Eintritt. Um das 70 000 Euro-Spektakel zu finanzieren, sind aber Spenden erwünscht. Sie tragen zusammen mit dem Sponsoring der Sparkasse dazu bei, dass der städtische Anteil bei 33 000 Euro bleibt. Dass die Kulturorganisatoren viel aus dem Geld machen, sieht auch der Hauptsponsor. Auch in den nächsten zwei Jahren soll die aussergewöhnliche Veranstaltung unterstützt werden. Es gebe nichts Vergleichbares in der Region. Das Festival trage dazu bei, dass sich die Menschen hier wohlfühlen.