Zutiefst betrübt am Freitagabend, himmelhoch jauchzend am Samstag: So lässt sich die Stimmungslage von Brigitte Brügger beschreiben. Die Projektleiterin im Kulturbüro der Stadt Rheinfelden strahlt vor Freude über die grenzüberschreitenden «Brückensensationen» vom Wochenende und die gelungene Zusammenarbeit mit dem Kulturamt auf der badischen Seite.

Die zum Auftakt eingeplanten «Neoländer» aus Bern mit ihrer zeitgenössischen Volksmusik mussten unverrichteter Dinge und mit Instrumentenschaden wieder abziehen; ihr Auftritt fiel am Freitagabend dem Platzregen und orkanartigen Windböen zum Opfer, die sogar das Bühnenzelt an der Schifflände wegrissen. Tags darauf herrschten Sonnenschein und Sommerwetter: Die Schaulustigen strömten zu Tausenden herbei, um die Aktionen beim alten Zoll, auf der Rheinbrücke und dem Inseli zu geniessen. Mit ihren 11. Brückensensationen landeten die Kulturämter beider Rheinfelden einen Volltreffer.


Das lässt den Atem stocken

Die Berliner Artistengruppe «Omnivolant» faszinierte mit ihrem «fliegenden Trapez» und brachte gar manchen Atem zum Stocken. Das Schweizer Multitalent Georg Traber baute mitten auf der Rheinbrücken in stundenlanger Arbeit einen Turm aus Eschenholzstangen, die er mit Flachseilen zusammenband. Der Zürcher Komiker This Maag bot seinem Publikum auf der Gasse ein interaktives Spektakel, verwickelte Schaulustige immer wieder in seine wilden Comedyshows. Auf dem Inseli setzten sich die italienische Artistin Jorik am Schlappseil und die Schwedin Cecilia mit ihrer Handstandakrobatik wagemutig in Szene.

Auf deutscher Rheinseite beim Haus Salmegg und im angrenzenden Stadtpark dominierten Slapstick-Akrobatik, Flunkerproduktionen sowie die einzigartige Installation «Archiv der Weltensammler», welche das Publikum auf eine imaginäre Reise mitnahm. Diese «Brückensensationen» lieferten am Wochenende zweifelsfrei den Höhepunkt im grenzüberschreitenden kulturellen Sommerprogramm, zumal mehrfach preisgekrönte Künstlerinnen und Künstler am Hochrhein ein begeisterungsfähiges Publikum vorfanden.