Wittnau

Die Kosten sind kein Klacks aber der Turnhallen-Neubau ist Favorit

Die Turnhalle in Wittnau wurde in den 1960er-Jahren erstellt.

Die Turnhalle in Wittnau wurde in den 1960er-Jahren erstellt.

Der Wittnauer Gemeinderat holte die Meinung der Bevölkerung zum Turnhallenprojekt ein − mit klarem Verdikt. 6,1 Millionen Franken soll der Neubau kosten. Im Budget sind nur zwei Millionen enthalten.

Die 1962 gebaute Turnhalle in Wittnau soll einem Neubau weichen. Diesen Wunsch hat der örtliche Turnverein an der Gemeindeversammlung im November 2018 geäussert. Damit war der Antrag an den Gemeinderat verbunden, einen Zeit- und Finanzierungsplan zu erstellen. Fast zwei Jahre danach präsentierte am Donnerstagabend eine eigens dafür ins Leben gerufene Kommission mit Gemeinderat Niklaus Knecht als Leiter ein Ergebnis, das aus vier Varianten besteht: aus einer Voll- und einer Teilsanierung, einer Vollsanierung mit Anbau sowie einem Neubau.

Eine Entscheidung wurde an der gut besuchten Informationsveranstaltung nicht gefällt, es ging lediglich um ein Meinungsbild. Aber ein Trend war – zumindest von Seiten der Besucher – klar herauszuhören. Der Neubau ging aufgrund der Wortmeldungen als Favorit hervor, wenngleich die Kosten von 6,1 Millionen Franken kein Klacks sind – zumal «nur» zwei Millionen Franken im Budget enthalten sind. Aber, so ein Wittnauer, der an den Pioniergeist appellierte: «Man hat auch in den 1960er-Jahren allen Mut zusammengenommen und eine Turnhalle gebaut. Jetzt hätten wir eine neue Halle, die 60 Jahre halten würde. Das mögen wir sicher zusammen stemmen.»

Man sollte kreativ sein

Ein anderer Besucher lobte zwar die «substanzielle Arbeit von Gemeinderat und Kommission», vermisste aber «die optimistische Stimmung». Der Souverän habe vor acht Jahren, als er einen Projektierungskredit von 377'000 Franken für die Hallensanierung abgelehnt hatte, «einen Fehlentscheid getroffen». Aber jetzt sei er überzeugt, «dass wir das machen können». Und: Man solle Lösungen suchen, wie ein Neubau geht, «man sollte kreativ sein».

Gemeindeammann Andreas von Mentlen gab den Ball zurück und forderte den Redner auf, seine Kreativität selbst einzubringen. Denn für ihn gibt es ein Problem: Wittnau hat ausser der Turnhalle in den nächsten Jahren noch andere Projekte wie etwa die Sanierung der Dorfstrassen, des Gemeindehauses oder ein Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof auf der Liste. Von Mentlen erklärte, dass das Projekt Turnhalle so oder so eine Steuererhöhung von 6 bis 13 Prozent zur Folge haben wird. Das Problem sei nicht die Beschaffung des Fremdkapitals, «sondern was es uns in den nächsten Jahren kostet», so von Mentlen. Per Ende 2030 würde der Fremd­kapitalbedarf im Falle eines Hallenneubaus 8,6 Millionen Franken betragen. Was mit Blick auf die jährlichen Mehrbelastungen den Handlungsspielraum des Gemeinderates deutlich einschränken würde, so von Mentlen.

Gemeinderat wird das Budget überarbeiten

In einem Punkt war man sich einig: Eine Teilsanierung würde trotz der geringsten Kosten von zwei Millionen Franken wenig Sinn machen, weil die Halle gleich gross wie heute bleiben würde. «Wir würden zwei Millionen investieren und hätten dasselbe wie jetzt», sagte ein Wittnauer. Zum Vergleich: Eine Vollsanierung hätte 4,5 eine Vollsanierung mit Anbau 6,3 Millionen Franken zur Folge, würde also teurer als ein Neubau zu stehen kommen.

Die verschiedenen Varianten stellte Dominik Lenzin von Gautschi Lenzin Schenker Architekten AG aus Aarau vor. Lenzin wies darauf hin, dass bei allen vier Varianten die Holzschnitzelheizung bestehen bleibt. Wie es weitergeht, erklärte von Mentlen: «Wir werden das Budget überarbeiten, dieses geht an die Finanzkommission und dann an die Gemeindeversammlung.» Die nächste Gemeindeversammlung findet am 26. November statt.

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