Magden

«Die Luft für uns wird dünner»: Das Budget ist zum ersten Mal seit vielen Jahren negativ

Das Schwimmbad Schibelacher in Magden soll saniert werden.

Zwar steht die Gemeinde Magden finaziell immer noch relativ gut da, aber die negativen Ergebnisse könnten sich in den kommenden Jahren wiederholen. Ein Grund dafür ist unter anderem der Finanz- und Lastenausgleich.

Es gibt bestimmt Gemeinden, die Magden um seine finanzielle Lage beneiden. Schliesslich weist das Dorf per 31. Dezember 2020 voraussichtlich noch immer ein Nettovermögen von gut 2,5 Millionen Franken aus. Das geht aus der Budgetvorlage für die Gemeindeversammlung vom 29. November hervor. «Wir jammern auf hohem Niveau», sagt denn auch Gemeindeammann André Schreyer. Aber eben: Glücklich ist er mit der Entwicklung in jüngster Vergangenheit nicht.

Ein wichtiges Stichwort dabei ist der Finanz- und Lastenausgleich. «Dieser beschert uns massive Mehrkosten», sagt Schreyer. Die Nettomehrbelastung beträgt im Budget 2020 gegenüber dem Budget 2019 rund 188 000 Franken.

Gegenüber der Rechnung 2018 sind es gar 397 000 Franken. Und: «Auch in den nächsten zwei Jahren rechnen wir mit einer Mehrbelastung von jährlich mindestens 90 000 Franken», so Schreyer.

Mit den geplanten Investitionsausgaben von gut 700 000 Franken und der voraussichtlichen Selbstfinanzierung von rund 655 000 Franken resultiert im Budget 2020 ein Finanzierungsfehlbetrag. Die Erfolgsrechnung weist ein Minus von fast 120 000 Franken aus. Es ist das erste Budget mit negativen Ergebnis in der 18-jährigen Amtszeit Schreyers im Gemeinderat und als Ammann.

Wo muss und wo kann investiert werden?

«Ein einmaliges negatives Ergebnis wäre ja nicht so schlimm», sagt Schreyer. Nur: Der Ammann rechnet damit, dass sich das in Zukunft durchaus wiederholen könnte. «Die Luft wird dünner für unsere Gemeinde», sagt er. Und das trotz gutem Steuersubstrat. Die Gemeinde rechnet 2020 bei einem unveränderten Steuerfuss von 95 Prozent mit Steuereinnahmen von über 12,7 Millionen Franken.

Angesichts der Prognosen ist für Schreyer klar: Will die Gemeinde ihren Steuerfuss halten, wird sie sich die Umsetzung von sogenannten «Nice- to-have»-Projekten – also Investitionen, die wünschenswert, aber nicht unbedingt notwendig wären – künftig noch besser überlegen müssen. «Wir müssen die Kosten möglichst moderat halten und genau hinschauen, wo und wie wir investieren», sagt Schreyer.

Das wird sich an der kommenden Gemeindeversammlung gleich bei zwei Traktanden zeigen. Zum einen beim Schwimmbad Schibelacher, wo zwar die Technik erneuert werden soll, aber aus finanziellen Gründen auf den Neubau eines Kinderbeckens verzichtet wird. Zum anderen beim geplanten neuen Bauamt, das auf dem heutigen Werkhofareal entstehen soll.

Zwei Varianten hat der Gemeinderat in einer Machbarkeitsstudie überprüfen lassen: Einen Ergänzungsbau beim bestehenden Gebäude sowie einen Ersatzbau samt Ergänzungsbau. Entschieden hat er sich für die erste Variante – «weil das bestehende Gebäude in einem guten Zustand ist und weil die Variante deutlich günstiger ist», sagt Schreyer.

Bei beiden Projekten – Schwimmbad und Bauamt – ist Ende November ein Planungskredit traktandiert. Die definitiven Kredite sollen an der Sommergemeinde 2020 beantragt werden. Insgesamt dürfte die Umsetzung über drei Millionen Franken kosten.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

Meistgesehen

Artboard 1