Etzgen

Diebe haben über zwei Tonnen Altmetall gestohlen – mitsamt Lastwagen

«Jetz ischs furt»: Geschäftsführer Andreas Mittner ist frustriert.

«Jetz ischs furt»: Geschäftsführer Andreas Mittner ist frustriert.

Eine riesen Menge Material wurden aus der Entsorgungsstelle der Mittner GmbH gestohlen.

«Mist!», dachte Andreas Mittner, Geschäftsführer der Mittner Muldenservice GmbH in Etzgen, als er am Mittwochmorgen um kurz vor halb Sieben als Erster in die Firma kam und in seinem Büro Lieferscheine holen wollte.

Dort herrschte Chaos pur: «Am Boden lag Büromaterial verstreut und die Kasse fehlte, da wusste ich, dass etwas nicht stimmt.» Auch in der kleineren der beiden Lagerhallen sah es nicht besser aus.

Und die Kaffeekasse fehlte ebenfalls. Mittner befürchtete Schlimmes. In der grossen Halle hat es sich dann auch bewahrheitet: Leere Palettenboxen standen herum, vier Lagerkisten waren ausgeräumt, der Lieferwagen fehlte. Mittner rief sofort bei der Polizei an.

Eingang verschafften sich die Diebe laut Mittner durch den hinteren Notausgang des Gebäudes. Denn das gestohlene Material befand sich nicht in der frei befahrbaren Halle, sondern in der abgeschlossenen.

So konnten sich die Diebe ungestört ans Werk machen und seelenruhig Kabel, Kupfer, Messing, Bohrmaschinen und sonstige Werkzeuge in den firmeneigenen Lieferwagen einladen. Laut einem Communiqué der Aargauer Kantonspolizei dürfte sich der Deliktsbetrag auf mehrere zehntausend Franken belaufen.

Teurer Schrott

Auch andere Recyclingfirmen in der Region wurden schon Opfer von Einbrüchen, bei denen Altmetall gestohlen wurde. So viel wie bei der Mittner GmbH ist es allerdings bei niemandem gewesen.

Namentlich wollte gegenüber der az gestern niemand Stellung nehmen – aus Angst, noch mehr Diebe anzuziehen. Bei der Mittner GmbH werden nun Überwachungskameras installiert.

Ob das allerdings etwas nützt, daran zweifelt Mittner selbst noch. Beim Einbruch in der Nacht auf Mittwoch haben die Diebe als erstes die Lampen zerschlagen – viel zu sehen wäre auf dem Filmmaterial also ohnehin nicht gewesen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Mittner GmbH bestohlen wird.

In den letzten Jahren wurde drei Mal eingebrochen, einmal gingen die Eindringlinge ganz besonders dreist vor: Sie entwendeten bei Mittner Schneidemaschinen, mit denen sie ins Gebäude der benachbarten Grenacher AG einbrachen und dort den Tresor knackten und plünderten. Mit über zwei Tonnen Altmetall lässt sich viel Geld machen, der Kupferpreis liegt momentan bei ungefähr 4 Franken pro Kilogramm.

Angenommen, die Einbrecher hätten zwei Tonnen pures Kupfer gestohlen, läge der Wert des metallischen Diebesguts also bei rund 8000 Franken. «Den Dieben geht es nur ums Geld. Mit dem gestohlenen Material kann man nichts mehr anfangen ausser Verkaufen, das ist eigentlich teurer Schrott», so Mittner.

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