Per 31. Dezember treten Vizeammann André Steinacher, 56, und Gemeinderätin Verena Kläusler, 62, zurück. Beide sind bereits seit 2010 im Amt. Steinacher betreut unter anderem die Ressorts Land- und Forstwirtschaft und Strassen innerorts. Kläusler ist etwa zuständig für das Sozialwesen und den öffentlichen Verkehr.

Der Hauptgrund, weshalb beide zurücktreten, ist der gleiche: Sie wollen dadurch die Kontinuität der politischen Handlungsfähigkeit der Gemeinde aufrechterhalten, wie beide unisono gegenüber der AZ erklären. Was zunächst widersprüchlich klingt, erläutert Gemeindeammann René Heiz wie folgt: «Auf das Ende der Legislaturperiode hin machen sich noch weitere Gremiumsmitglieder Gedanken, ob sie weitermachen werden.» Indem bereits zur Hälfte der Legislatur zwei Gemeinderäte zurücktreten und ersetzt werden, minimiere man das Risiko, dass es zum Ende der Legislaturperiode zu einem politischen Aderlass kommt, indem sich gleich drei oder sogar vier Mitglieder des Gemeinderates nicht mehr zur Wahl stellen.

Entscheide nicht überraschend

Gemäss Heiz habe man das Vorgehen eines gestaffelten Rücktritts der Gremiumsmitglieder in mehreren Sitzungen thematisiert und schliesslich auch befürwortet. Aus diesem Grund kamen die Rücktritts-Gesuche von Steinacher und Kläusler für Heiz nicht überraschend. Vielmehr sind die Entscheide für ihn auch aus anderen Gründen nachvollziehbar: «André Steinacher hat einen grossen Landwirtschaftsbetrieb und Verena Kläusler ist in die Pension gegangen», so Heiz. «Die Gemeinderäte müssen operativ tätig sein und kommen auf eine Arbeitszeit von acht bis zwölf Stunden pro Woche.» Gleichwohl findet es Heiz schade, dass mit dem Doppel-Rücktritt «viel historisches Wissen» dem Gremium abhandenkommt. 

Auf der Suche nach Kandidaten

Kläusler sagt, dass sie besonders die kollegiale Zusammenarbeit im Gemeinderat geschätzt habe. «Nach zehn Jahren verlasse ich das Gremium mit einem weinenden und einem lachenden Auge.» Auch für Steinacher ist es ein Abschied, der ihm nicht leicht fällt. Besonders aufgrund des guten Einvernehmens, das zwischen dem Gremium und der Bevölkerung besteht, sagt er. «Meinem Nachfolger werde ich selbstverständlich bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen.»

Die Ersatzwahl von zwei Gemeinderatsmitgliedern sowie des Vizeammanns findet Ende Oktober statt. Steinacher sagt, dass es in Anbetracht einer Bevölkerung von rund 800 Einwohnern nicht einfach sein wird, zwei Kandidaten zu finden. Zumal es in der Gemeinde keine Ortsparteien gibt, welche die Kandidaten portieren. «Wenn der Gemeinderat nicht aktiv sucht, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gerade hoch, dass sich jemand meldet.» Dies läge unter anderem auch daran, dass einige zu bescheiden seien oder sich nicht exponieren wollten. Bisher sei man bei der Suche jedoch immer fündig geworden.

Ammann macht sich Gedanken

Heiz verhehlt nicht, dass er sich zum Ende der Legislaturperiode auch Gedanken machen wird, ob er sich dann nach zwölf Jahren im Gemeinderat – davon fünf als Gemeindeammann – noch einmal zur Wiederwahl stellen wird. Dies macht er von zwei Faktoren abhängig. Erstens von der beruflichen Belastung in seiner Position als leitender Angestellter bei der Post AG. Zweitens, ob es einen geeigneten Nachfolger für das Amt des Ammanns geben wird. Gerade der letzte Faktor ist derjenige, dem Heiz mehr Gewicht beimisst. So schliesst der Ammann einen «Nach-mir-die-Sinnflut-Rückzug» aus dem politischen Amt aufgrund des Gemeindewohls aus.