Eine siebenköpfige Kommission um Vizeammann Markus Zwahlen hatte sich in den letzten vier Jahren auf die Spuren der historischen und aktuelle Geschichten der Gemeinde Eiken begeben. Am Samstag nun konnten sie die druckfrische Dorfchronik präsentieren – sowohl inhaltlich als auch optisch ein kleiner Leckerbissen.

Urs Berger, Peter Dinkel, Linus Hüsser, Benedikta Brutschi, Daniel Saridis, Hermann Schweizer und Vizeammann Markus Zwahlen stellten das Buch vor, berichteten über die Arbeit daran, den Spass, den sie dabei hatten, über die Unterstützung, die sie bekamen, über interessante, manchmal auch lustige Begegnungen. Ihr Fokus war dabei vor allem auf die letzten 200 Jahre gerichtet.

1160 erstmals erwähnt

Spannend das Kapitel über die Entstehung des Dorfes, erstmals erwähnt im Güterverzeichnis des Klosters Muri 1160. Wechselvoll die Jahrhunderte danach mit unterschiedlichen Landesherren, vielen kriegerischen Auseinandersetzungen und den damit verbundenen wirtschaftlich schlechten Jahren für die Menschen. Seit 1803 gehört Eiken zum Kanton Aargau. Eindrücklich die Schilderungen zur Entwicklung des Dorfes, zum Beispiel von der Eingrenzung durch den Lebhag, um landwirtschaftlichen Boden vor der Zersiedlung zu bewahren. Verbunden damit war allerdings auch die Begrenzung, Häuser zu bauen. Nach 1875 wurde dieser Flurzwang aufgehoben, auch ausserhalb entstanden Höfe.

Interessant der Blick auf den teils 1000 Jahre alten, Dorfkern mit Kirche, Pfarrhaus, Schmiede, Gasthof Sonne, Zehntenhaus oder die denkmalgeschützten Riegelhäuser. Es wird darüber berichtet, wie sich die Bevölkerung seit 1768, mit damals 451 Einwohnern, bis heute entwickelte (fast 2300), von Schwankungen durch Krankheiten sowie Aus-und Einwanderung. Derzeit leben im Dorf Menschen aus 34 Nationen mit Einheimischen friedlich zusammen.

Wie war und ist das Miteinander mit den Nachbargemeinden, was sagt das Gemeindewappen (1949) aus? Wie und von wem wurden und werden die Finanzen verwaltet, woher kommen Einnahmen, wofür wurde und wird das Geld ausgeben? Da sind köstliche Episoden nachzulesen. Mit herrlichen alten Bildern illustriert wird über das Handwerk in der Region geschrieben, über Bergbau, Schmelzöfen, Textilindustrie, über Ackerbau und Viehzucht. Namentlich benannt sind Eichmeister, Dorfweibel, die letzten Müller (bis Mitte der 1970er-Jahre), die Wagner, die Brauereien.

Detailliert ist zu erfahren, wie sich Eiken zu einem beachtlichen Industriestandort seit Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte. Vieles über das Schulwesen mit dem Hinweis, dass bereits um 1700 der erste Schulunterricht in Eiken stattfand. Bemerkenswert die Ausführungen zur Wasserversorgung durch Bäche, Brunnen, Quellen, dem Pumpwerk im Hardwald, dem Reservoir Bergerhalde, dem Ausbau eines modernen Wasserleitungsnetzes und dem begehrten Eiker Wasser. All das und noch viel mehr kann auch auf Schusters Rappen auf einem Rundgang mit verschiedenen Informationspunkten erwandert werden. Jede Ortsbürgerfamilie in Eiken bekommt gratis eine Dorfchronik, käuflich zu erwerben ist sie im Gemeindehaus und in der Bibliothek.