Mumpf

«D’r Höseler» oder wie der Dorfschullehrer die Welt sah

Beste Unterhaltung: Die Mumpfer zeigten «D’r Höseler». mpr

Beste Unterhaltung: Die Mumpfer zeigten «D’r Höseler». mpr

Einen Abend wie vor 100 Jahren bekamen am Samstag 150 Besucher in der Burgmatt geboten. Aufgeführt wurde ein Theaterstück, das der damalige Lehrer 1914 geschrieben hat

Was macht ein lediger Bauer, wenn seine Magd sich über zu viel Arbeit beschwert? Heiraten natürlich, aber wen? Hansjakob (Andreas Waldmeier) lässt sich von seiner Annebäbi (Sandra Güntert) überzeugen, um die Hand seiner Nachbarin Elsa (Sina Studinger) anzuhalten. Die hat aber bereits eigene Pläne, gegen die Vorstellungen der Eltern (Christian Waldmeier und Anna Malik).

Mit dem Segen der Mutter gibt sie ihrem Schatz Max (Lukas Berger) daher heimlich das Ja-Wort und kann mit ihrem Charme doch noch den Vater überzeugen, wie gut ihre Wahl war, kann Max doch auf dem Hof mit anpacken.

Nichts an Aktualität verloren

Der Inhalt des Theaterstücks «D’r Höseler», um das sich am Wochenende die Veranstaltung drehte, hat von seiner Aktualität nichts verloren. «Die Zeiten sind gleich geblieben», lacht Organisator Gerhard Trottmann, mit Blick auf die Interaktionen zwischen den Geschlechtern, die sich im Stück umgarnen und manipulieren.

Vor sechs Jahren war er im Nationalarchiv auf die sieben Werke von Siegfried Wunderlin gestossen. «Davor wurde zwar vermutet, dass er Theaterstücke geschrieben hat, aber man wusste es nicht», so Trottmann zu seinem Fund.

In Erinnerung an den Mumpfer Lehrer, Chorleiter und eben auch Schauspielautor, suchte er Laienschauspieler, die sich des Stückes annahmen. Ihrem Namen «ad hoc» entsprechend, haben sich die Bürger spontan zum Mitspielen entschieden und standen am Samstag das erste Mal gemeinsam auf der Bühne. Dem Applaus und Gelächter im dicht gestuhlten Saal nach mit Erfolg. Liebevoll erweckten sie die Figuren zum Leben, die Wunderlin vor 100 Jahren schuf.

Ein voller Erfolg

Der erste Abend erwies sich für die Organisatoren gleich als voller Erfolg: 150 Gäste waren gekommen, die eingeladenen Musiker und Helfer gar nicht mitgezählt. Denn neben dem Männerchor Mumpf, der zur Eröffnung das Männerchorlied sang und zum geselligen Abschluss ein Liederkonzert gab, waren zahlreiche Helfer des Dorfmuseums im Einsatz. Sie servierten Getränke, halfen am Kuchenstand und kümmerten sich vor allem auch um die Spezialität des Abends: Schüblig. Entsprechend gelöst und gesellig vergnügten sich die Mumpfer am Samstag und bei der Wiederholung am Sonntag.

Gedacht war der Abend zwar als einmaliges Angebot, so Trottmann, falls sich aber Interessenten für das Stück von Wunderlin finden, würde er sich freuen, wenn es erneut aufgeführt wird. Zwischen April und September können Mumpfer und auch interessierte Auswärtige zudem im Dorfmuseum den Wurzeln des Dorfes nachspüren.

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