Eine herzliche Art, enorme Präsenzzeiten, ein passendes Konzept gepaart mit konstanter und hoher kulinarischer Qualität – die Kriterienliste, die ein Wirt erfüllen muss, um heutzutage einen gastronomischen Betrieb am Laufen zu halten, ist lang. Trotzdem haben sich im Fricktal einige Wirte in diesem Jahr neu der Aufgabe gestellt. Zwei von ihnen und ein Restaurant-Besitzer ziehen Bilanz.

Einen Monat ist es her, seitdem Robert Hersche und seine Frau Teresita das «Landhus» in Gansingen übernommen haben. «So wie es bisher läuft, bin ich zufrieden», sagt Hersche, bei dem jeden Tag rund 25 Gäste zum «Znüni» einkehren. Für ebenso viele Gäste schwingt er über die Mittagzeit den Kochlöffel. Dabei profitiert der Wirt vor allem vom Lunch-Check-System, das er in sein Gastro-Konzept integriert hat. «Es handelt sich um eine Karte für Arbeitnehmende, auf die ein Geldbetrag geladen und mit der bei uns bezahlt werden kann», erklärt Hersche. Der Clou dabei: Wenn der Arbeitnehmer mit der Lunch-Check-Karte bezahlt, dann zahlt er nur die Hälfte des regulären Preises, die andere sein Arbeitgeber.

«Landhusteller» ist der Renner

Seine Gästezahl will der Wirt, dessen Arbeitstag um 7 Uhr beginnt und um
24 Uhr endet, mit verschiedenen monatlichen Events noch steigern. Ebenso bietet Hersche einmal im Monat einen opulenten Sonntagsbrunch mit Sushi, Braten und Gemüse an. Zudem plant er, von Zeit zu Zeit kulinarische Themenwochen – italienische oder koreanische Gerichte – einzuführen. Hersche weiss aber auch, dass es wichtig ist, das Alte zu erhalten: «Der Renner bei mir ist der ‹Landhusteller› – ein Schweinesteak, serviert auf einem Holzteller mit Pommes frites und Salat. Den gab es schon bei meinen Vorgängern, die das ‹Landhus› 45 Jahre führten.»

Auch sein Wirtskollege Markus Schwehr vom Restaurant Rheinfels Park in Stein hat nach neunmonatiger Wirtstätigkeit wenig Grund zum Klagen: «Wir haben täglich rund 120 Gäste und unsere Hotelzimmer sind zu 80 Prozent ausgelastet.»

Nur den Tagesschnitt an speisenden Gästen – etwas über 30 – will er noch auf 50 steigern. Ein Problem dabei ist, dass die Menschen, die an dem Gastrobetrieb vorbeifahren, diesen oftmals nicht als Restaurant wahrnehmen: «Deswegen werden wir die Beschriftung und die Beleuchtung des Restaurants verbessern», sagt Schwehr.

Gegen den Preisdruck im Grenzgebiet wartet der Wirt gleich mit mehreren Strategien auf: «Wir bieten zwei vergünstigte Tagesmenüs sowie je einen vergünstigten Wochen- und Pasta-Hit an. Diese Angebote werden gut angenommen», sagt er. Das übergeordnete Ziel sei es, aus dem Restaurant den zentralen Begegnungsort der Gemeinde zu machen.

Pizza und Pasta kommen gut an

Der neue Wirt vom Restaurant Schwert in Schupfart, das am 3. September wiedereröffnete, heisst Salvino Modica. Er versucht, mit Pizza und Pasta das «Schwert» mit Gästen zu füllen. Pius Beck, Vorstandsmitglied der Schwert-Bühlmatt-Genossenschaft, sagt: «Die italienische Küche kommt nicht nur bei uns im Ort gut an, wir hatten auch schon viele Gäste aus den umliegenden Gemeinden, die zum Essen ins ‹Schwert› gekommen sind.»

Bei der italienischen Küche soll es aber nicht bleiben, sagt Beck: «Geplant ist, die Karte ab Oktober zu erweitern. Es soll dann auch traditionelle Gerichte wie beispielsweise Rösti geben.»