Grenzregion
Ein Dorfplatz mitten im Städtchen: Die beiden Rheinfelden lancieren eine neue Kommunikationsplattform

Die Städte Rheinfelden und Badisch-Rheinfelden lancieren gemeinsam den digitalen Dorfplatz von «Crossiety». Auf der interaktiven Plattform können sich Einwohner und Einwohnerinnen, Vereine, Gewerbe- und Industriebetriebe sowie weitere Institutionen informieren, miteinander kommunizieren und sich engagieren.

Horatio Gollin
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Die Verantwortlichen der beiden Rheinfelden und von «Crossiety» präsentierten die App.

Die Verantwortlichen der beiden Rheinfelden und von «Crossiety» präsentierten die App.

Horatio Gollin

Als Beweggrund zur Einführung des digitalen Dorfplatzes führte Stadtammann Franco Mazzi die im Sommer 2019 durchgeführten grenzüberschreitenden Bürgerdialoge der Hochrheinkommission an, bei denen sich zeigte, dass insbesondere jüngere Bürger beiderseits des Rheins sich eine bessere Information über das Leben und Angebote der Grenzregion wünschten.

Digitale Dorfplätze gibt es in 62 Gemeinden

Zwar gebe es schon grenzüberschreitende Informationsangebote wie etwa das Stadt- und Kulturmagazin «2xRheinfelden», aber ein grenzüberschreitendes Social-Media-Angebot wurde vermisst. «Unser Fazit war: Wir haben Handlungsbedarf», sagte Mazzi. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt ergänzte, dass mit dem Start der «Crossiety»-App den Bürgern ein «qualifiziertes Angebot zum Austausch, ohne Werbung und ohne Fake News» gemacht werden soll.

Das Schweizer Start-up Crossiety AG wurde 2015 gegründet und ging mit der Vision an den Start, das lokale Potenzial zu entfalten, meinte CEO Joel Singh. Mit 20 Mitarbeitenden bietet das Unternehmen inzwischen in 62 Schweizer Gemeinden und 20 deutschen Gemeinden digitale Dorfplätze an. Ein Vorteil gegenüber anderen Gemeinde-Apps sei, dass der Fokus nicht alleine auf der Gemeinde liege, sondern die Region mit einem Umkreis von 20 Kilometern durch die Nutzer selbst gestaltet werden kann.

«Wir fokussieren nicht auf lustige Katzenvideos», so Singh, stattdessen steht das Lokale im Zentrum von «Crossiety». Da die App durch die Kommunen finanziert wird, kann auf Werbung verzichtet werden. Die Kosten betragen für Rheinfelden einen Franken pro Einwohner und Jahr. Ein anonymes Posten ist nicht möglich, da sich die Nutzer mit Klarnamen anmelden müssen. Daher kommt es auch nicht zu Shitstorms wie bei anderen Plattformen.

Bereits mehrere hundert Nutzer sind registriert

«Crossiety» bietet verschiedene Bereiche. Auf dem Dorfplatz erfahren die Nutzer Neuigkeiten zur Gemeinde und Region und können auch selbst Informationen posten, führte Community-Manager Celestino Möhr von Crossiety AG aus, der die App für die beiden Rheinfelden betreut. Diskussionen und Umfragen sind möglich und über Events hält ein Veranstaltungskalender auf dem Laufenden. Im Bereich Helfen kann Unterstützung angeboten und gesucht werden. Im Bereich Marktplatz ist kaufen, verkaufen und schenken möglich. «Die Bereitschaft ist grösser, wenn man zu Fuss hingehen kann, statt Versandkosten bezahlen zu müssen oder eine einstündige Reise zu machen», meinte Möhr. «Crossiety» bietet zudem eine Gruppenfunktion, über die lokale Gruppen gefunden werden können.

Im November waren beide Rheinfelden in die Pilotphase gestartet. Stadtschreiber Roger Erdin führte aus, dass mit Vereinen und Organisationen aus Rheinfelden fünf Workshops durchgeführt wurden und sich mittlerweile schon 47 Organisationen aus Rheinfelden auf der Plattform registriert haben. Von Seiten der Stadt Badisch-Rheinfelden wurden bereits acht Workshops veranstaltet, hier haben sich schon 50 Gruppen gebildet. Für beide Kommunen waren zum Start der App schon insgesamt 423 Nutzer registriert. Als Zielmarke für die Plattform gab Eberhardt 500 registrierte Nutzer pro Stadt an.