Welche Speisen vom Grill er nicht möge, lautet die Frage – und sie bringt Robert Russheim gehörig ins Grübeln. Der 55-Jährige aus Rheinfelder ist passionierter Grillmeister, hat schon mehrmals an den Schweizer Meisterschaften im Grillieren teilgenommen und sich auch in diesem Jahr für den Finaltag qualifiziert. Am Sonntag geht es für ihn an den «Bell BBQ Single Masters» in Basel um die Wurst.

Wobei: Bei Russheim und seinen gut 70 Konkurrenten landet weit mehr als Wurst auf dem Grill. «Angefangen bei der Wurst über Fleisch, Obst, Fisch, allerlei Gemüse sowie Kartoffeln in verschiedenen Arten bis hin zu Muffins und Kuchen» reiche sein Repertoire, so Russheim.

Seine Spezialität, für die er inzwischen sogar über den Freundeskreis hinaus bekannt ist: ein Flamm-Lachs-Baguette. Das Rezept dazu hat er selber ausgetüftelt und verfeinert.

An Silvester steht er auf dem Balkon

Russheim ist gelernter Koch, arbeitete in Luxushotels und später in der LebensmittelIndustrie. Seit einigen Jahren ist er nun, nach abgeschlossenem Studium, als Hauswirtschaftslehrer tätig.

«Das Grillieren ist ein Ausgleich zum Beruf», sagt er. Und es ist eine grosse Leidenschaft des «Genussmenschen», wie er sich selber beschreibt. Die Kreativität beim Entwickeln der Rezepte, das Draussen-Sein beim Grillieren, das Anrichten der Gerichte, das Zusammensitzen mit Freunden oder der Partnerin beim Essen. «Es ist eine Kombination vieler Faktoren, die mich am Grillieren begeistern», sagt Russheim.

Eine echte Grillsaison gibt es für ihn dabei nicht: Er steht auch schon mal an Silvester auf dem Balkon, mit einem Glas Sekt in der Hand und einer Curry-Poulet-Kreation auf dem Grill. «Das sind für mich Momente, in denen ich das Leben geniesse», sagt Russheim.

Weniger ums Geniessen geht es beim Wettkampf am Wochenende. Für Robert Russheim gehört dazu natürlich der Spassfaktor, aber eben auch ein gewisser Ehrgeiz. Schliesslich geht es um einen Titel.

Wenige Tage vor dem Wettkampf steige die Anspannung nun, sagt Russheim. Die Gedanken drehen sich vermehrt um die Aufgabe vom Sonntag. Wirklich vorbereiten kann er sich darauf aber nicht.

Die Menüs der Halbfinals und Finals sind geheim. Allen wird der gleiche Warenkorb zur Verfügung gestellt – es gilt, daraus ein Menü zu grillieren. Genau darin sieht Russheim eine «spannende Herausforderung».

Das Ziel ist ein Spitzenplatz an der Meisterschaft

Zum sechsten Mal nimmt Russheim an einem Finaltag teil, ein siebter und ein vierter Platz sind seine bisher besten Resultate. Nun möchte er einen Schritt weitergehen. «Ich möchte meine beste Leistung abrufen können. Dann schauen wir, wofür das reicht», sagt er und es ist klar: Ein Spitzenplatz wäre ein Traum.

Ja, und dann kommt Robert Russheim doch noch etwas in den Sinn, was er nicht mag – sogar, wenn es vom Grill kommt: Auberginen. «Die sehen zwar schön aus, aber mir schmecken sie nicht», sagt er und lacht. Seine Passion fürs Grillieren mögen sie allerdings nicht zu dämpfen.