Noch war es kein Jubiläum: Zum neunten Mal in Folge hatte sich die Dorfstrasse von Etzgen in ein märchenhaftes Lichtermeer mit Kürbissen verwandelt. Nächstes Jahr können die Macher der Veranstaltung einen kleinen runden Geburtstag zum 10-Jährigen feiern, aber daran dachten jetzt wohl nur die Wenigsten. Kein Wunder, denn die kreative Vielfalt der Kürbisschnitzer zog alle Aufmerksamkeit auf sich.

Da war so ziemlich alles zu sehen, was sich als Sujet eignet: Logos, Schriftzüge, Porträts, Comic- und Märchenfiguren, Wappen und vieles mehr. Eine Kürbisgruppe bestand aus Tieren, «e ganze Zoli», freute sich ein Kind. Überhaupt die Kinder: Sie schienen nicht aus dem Staunen herauszukommen, was die Nacht in Etzgen erhellte.

Wolf, Strauss, Schlange und andere Tiere waren ebenso zu bewundern wie Winnetou neben Old Shatterhand, Seepferdchen und Kugelfisch beim Schützebeizli sowie zauberhafte Feen. In einem Garten tummelten sich Igel, unweit davon drehte sich ein Karussell zu passender Musik.

Um die 1000 Kürbisse

Das Grosssujet mit den 16 Kürbissen funktionierte tadellos, «am Samstag bis morgens um drei Uhr», berichtete Peter Buschor, Präsident des Organisationskomitees Kürbisbeleuchtung. Er äusserte sich zur Veranstaltung positiv: «Es war super», sagte Buschor. Obwohl: «Am Freitag hätte es mehr Leute haben können», so Buschor.

Das feuchtkalte Wetter hatte am Freitag zu einem überschaubaren Publikumsandrang geführt, dafür war die Dorfstrasse am Samstag voller Leute. 956 Kürbisse reihten sich von Haus zu Haus, mit viel Liebe zum Detail geschnitzt. Hinzu kamen etliche Zierkürbisse, mit denen die verschiedenen «Beizlis» dekoriert wurden.

Was nicht zu sehen war, war der Aufwand, der dahintersteckte: erste OK-Sitzung im Januar, Kürbissamentupfen im April, Pflanzung der Kürbissetzlinge Ende Mai. Anfangs November erfolgte die Kürbissabgabe beim Holzschopf, vergangenen Dienstag und Mittwoch war Schnitzen für Vereine und Private im Feuerwehrmagazin angesagt. Mit dabei wieder diverse Schulklassen.

Kürbis und Kulinarik

Natürlich gab es nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu essen – ein «kulinarischer Ausflug der etwas anderen Art». Die örtlichen Vereine warteten mit einigen Spezialitäten auf: Kürbisbratwürste, Fleischkäse mit Kürbis, Kürbissuppe, Kürbis-Risotto, Kürbisburger und Kürbispizza. Hätte es Kürbisbier gegeben, hätte es niemanden gewundert.