Die Buschbergkapelle oberhalb von Wittnau lädt immer wieder zu Hochzeiten, Gebet und Besinnung ein. Sie gilt auch als Kraftort und ist deswegen im Buch der Geobiologin «Orte der Kraft in der Schweiz» von Blanche Merz erwähnt. Die lieblich am Waldrand gelegene Kapelle erinnert aber auch an eine wunderhafte Begebenheit, die sich hier vor genau 350 Jahren abgespielt haben soll.

Im Jahre 1668 beförderte der Kienberger Müllermeister Benedict Marti einen viele Zentner schweren Mühlestein von Degerfelden bei Rheinfelden (D) nach Kienberg. An dieser Stelle auf dem Buschberg war er unter die Räder seines Fuhrwerkes gekommen. Bei diesem Zwischenfall wurde er aber wunderbar gerettet. Als Dank für diese Rettung pilgerte er zum Kloster Mariastein und liess diese Begebenheit vor 350 Jahren im Mirakelbuch des Klosters Mariastein, zu dem damals die Pfarrei Wittnau gehörte, aufschreiben. Am Ort des Geschehens liess er ein Kreuz errichten («Das wundertätige Kreuz»). 200 Jahre später, 1868, wurde hier eine offene Kapelle gebaut.

Mahlspuren sind sichtbar

Anlässlich dieses Doppeljubiläums «350 Jahre Mirakel» und «150 Jahre Buschbergkapelle» findet am Sonntag, 26. August in der Buschbergkapelle ein ökumenischer Dank- und Jubiläumsgottesdienst statt, den die Musikgesellschaft Wittnau musikalisch umrandet. Dabei wird als ausserordentliche Besonderheit ein Kienberger Mühlestein enthüllt. Dieser Mühlestein stammt aus den Steinbrüchen von Degerfelden. Bis 1920 wurde damit in Kienberg Korn gemahlen. Auf dem Stein sind die Mahlspuren der vergangenen Jahrhunderte noch gut sichtbar.

Nach dem Stillstand der Mühle wurde der Stein entfernt. Beim Strassenbau wurde er wieder entdeckt und kam in den Besitz der Familie Richard Gubler in Kienberg. Die Grottenkommission der Pfarrei Wittnau konnte mit dem Steinbesitzer vereinbaren, dass dieser alte Mühlestein zum 350-Jahre-Jubiläum als Gedenkstein für das geschehene Mirakel zur Buschbergkapelle gestellt werden kann.

«Die Idee, einen echten Mühlestein aufzustellen, stammt aus der Gruppe, die diesen Anlass vorbereitete», sagt Christoph Küng, Gemeindeleiter der Pfarrei Wittnau. Doch es brauchte dann etlichen Aufwand, bis wirklich ein passender Mühlestein gefunden wurde. Dieser Stein wurde vom Fricker Bildhauer Beat Mazzotti behauen und mit einer Inschrift versehen.

Neuer Prospekt erstellt

Am Dank- und Jubiläumsgottesdienst nehmen Vertreter der Gemeinden Wittnau und Degerfelden teil. Ab 9.30 Uhr ist vom Parkplatz Limperg bis zur Buschbergkapelle ein Pendelbus für Betagte und Gehbehinderte eingerichtet. Anlässlich dieses Doppeljubiläums wurde durch die Pfarrei Wittnau ausserdem ein faltbarer Prospekt erstellt, der diese Begebenheit und den Bau der Kapelle festhält.