Kaiseraugst

Ein neues Zentrum am Bahnhof

Auf dem Areal der Firma Thommen am Bahnhof könnte ein neues zentrales Quartier in Kaiseraugst entstehen. Bild: nbo (1.4.2017)

Auf dem Areal der Firma Thommen am Bahnhof könnte ein neues zentrales Quartier in Kaiseraugst entstehen. Bild: nbo (1.4.2017)

Das Areal spielt in den Raumplanungen der Gemeinde Kaiseraugst eine wichtige Rolle.

«Zielsetzung einer Gesamtrevision ist eine positive Weiterentwicklung der Gemeinde», eröffnete Gemeindepräsidentin Françoise Moser die Infoveranstaltung zur Mitwirkung der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) in Kaiseraugst. Rund 50 Besucherinnen und Besucher hatten den Weg in die Turnhalle des Schulhauses Dorf gefunden und folgten Mosers Vortrag über die Gründe für die Gesamtrevision, über Änderungen im Baugebiet, im Kulturland und im Wald. Im Fokus der Veranstaltung stand aber die Mitwirkung der Einwohner.

Die gültige Bau- und Nutzungsordnung sowie der Bauzonenplan stammen aus dem Jahr 2004. Der Kulturlandplan wurde 1999 festgesetzt. Moser führte aus, dass alle 15 Jahre eine Aktualisierung nötig sei. Aufgrund veränderter gesetzlicher Grundlagen sowie des Revisionsbedarfs der eigenen Planungsinstrumente hatte sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren mit der Frage der räumlichen Entwicklung auseinandergesetzt. Im Oktober 2018 hatte der Gemeinderat das Entwicklungskonzept 2040+ beschlossen und bis vor kurzem war noch an den Entwürfen der Planungsinstrumente gefeilt worden. Nun beginnt die öffentliche Mitwirkung bei der BNO, dem Bauzonenplan und dem Kulturlandplan.

Thommen-Standort wird «mit Hochdruck» gesucht

Moser verwies auf das Entwicklungsleitbild 2040+, in dem die Gebiete mit niedriger, mittlerer und hoher Wohndichte sowie Arbeitsplatzgebiete festgehalten wurden. Als Räume mit Identität verwies sie auf den Dorfkern als historisches Zentrum und das Liebrüti-Quartier, welches ebenfalls eine Zentrumsfunktion erfüllt. Als neues zentrales Quartier mit gemischter Nutzung sollen der Bahnhof und das anschliessende Gelände der Firma Thommen entwickelt werden. Moser verwies darauf, dass die Gemeinde dabei auf die Mitarbeit der Firma Thommen angewiesen ist und erst noch ein Alternativstandort für die Firma gefunden werden muss. «Daran arbeiten wir mit Hochdruck», sagte Moser.

Entlang der Landstrasse bieten sich verschiedene Bereiche für eine Verdichtung an. Moser verwies auf die Studie «Eignungsgebiete höhere Bauten» und erklärte, dass dort erlaubt werden könne, höher zu bauen als bisher üblich. Ein Anspruch darauf solle nicht bestehen, aber die Möglichkeit bei Projekten mit hoher Qualität eingeräumt werden, wenn für die Zonen ein Gestaltungsplan erarbeitet wurde. Vorstellbar sind je nach Bereich Gebäude mit bis zu neun Vollgeschossen anstelle der Regelbauweise von sechs Vollgeschossen oder in der so genannten Zone W2+ ein drittes Vollgeschoss anstelle eines Attikas.

Das Kulturland und der Wald sind kaum von Änderungen betroffen. Oliver Tschudin vom Planungsbüro Planar führte aus, dass anstelle einer schriftlichen Stellungnahme in Kaiseraugst die Mitwirkung auch digital erfolgen könne. Kaiseraugst sei die erste Gemeinde im Fricktal, wo auch ein digitales Verfahren angewandt wird. Auf einer eigens aufgeschalteten Website können sich die Einwohner anmelden, ihre Anmerkungen machen, speichern, später weiter bearbeiten und bis zum 5. Dezember digital absenden.

Davon verspricht sich Tschudin eine Verbesserung für die Nutzer sowie eine Erleichterung in der Auswertung. Auf eine Diskussion wurde bei der Versammlung verzichtet, da die Einwohner erst die Gelegenheit bekommen sollen, sich mit der umfassenden Materie zu beschäftigen. Die Stellungnahmen aus der Mitwirkung werden voraussichtlich bei einer weiteren Infoveranstaltung diskutiert, sagte Moser.

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