TaBeKa GmbH: So heisst eine Gesellschaft, die in Kaiseraugst für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung gegründet werden soll. Das Kürzel steht für Tages-Betreuung Kaiseraugst. An der Non-Profit-Organisation soll sich die Gemeinde mit 18 000 Franken beteiligen und damit die Mehrheit am Stammkapital von 20 000 Franken übernehmen. Das schlägt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vor.

Heute bieten in Kaiseraugst Vereine eine Betreuung in der Kinderkrippe und in Tagesfamilien an. Die Gemeinde führte 2012 Tagesstrukturen mit Randstundenbetreuung und Mittagstisch für die Schulkinder der Unterstufe ein. Jetzt soll die neue Gesellschaft die Angebote der schul- und familienergänzenden Kinderbetreuung sicherstellen und nach den gleichen Grundsätzen steuern, wie der Gemeinderat in seiner Vorlage an die Gemeindeversammlung schreibt. «Die gemeinsame Steuerung sichert eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Betreuungsangebote und hilft den Eltern, einen geeigneten Platz zu finden.»

Finanziert werden soll die TaBeKa GmbH durch Beiträge der Gemeinde, der Eltern und Dritter. In diesem Jahr wird die Gemeinde Kaiseraugst gemäss dem Budget 2014 insgesamt 280 000 Franken für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung ausgeben, wie Gemeindepräsidentin und Finanzchefin Sibylle Lüthi auf Anfrage der az erklärte: 160 000 Franken für die Kinderkrippe, 50 000 Franken für die Tagesfamilienbetreuung und 70 000 Franken für die Tagesstrukturen an der Schule.

Zu den künftigen Kosten für die Gemeinde kann Sibylle Lüthi noch keine Angaben machen. Die Gemeinde errechne zurzeit einige Zahlenbeispiele, die am 18. Juni der Gemeindeversammlung vorgestellt werden sollen. Die Elternbeiträge werden mit einem einkommens- und vermögensabhängigen Rabattsystem festgelegt. Die Höhe der Rabatte richtet sich nach dem Betrag, den die Gemeindeversammlung innerhalb des Jahresbudgets für die Tagesbetreuung spricht.

Auch Mitarbeiter von in Kaiseraugst ansässigen Firmen können die Betreuungsangebote nutzen. Sie müssen aber die Vollkosten bezahlen. Auswärtige sollen neben den Vollkosten einen Zuschlag von 10 Prozent entrichten.

1,5 Millionen Franken Umsatz

Das familien- und schulergänzende Betreuungsangebot in Kaiseraugst sei in den letzten Jahrzehnten massiv ausgebaut worden und werde wahrscheinlich noch weiter wachsen, erklärt der Gemeinderat. «Es ist deshalb an der Zeit, die alten Strukturen neu zu ordnen und an die heutigen Gegebenheiten anzupassen.» Die neue TaBeKa GmbH werde einen jährlichen Umsatz von rund 1,5 Millionen Franken erwirtschaften. Ein solcher Betrieb könne von einem Verein kaum mehr bewältigt werden.

Dennoch soll ein neuer Elternverein gegründet werden, der als Gesellschafter in der TaBeKa GmbH mitbestimmen kann. Dieser Elternverein soll die restlichen 2000 Franken des Stammkapitals übernehmen. Die Gemeinde will den Gesellschafter mit der Mehrheit des Stammkapitals stellen, damit ihre Interessen «gebührend» berücksichtigt werden.

Ohne Beiträge der öffentlichen Hand können familien- und schulergänzende Betreuungsangebote nicht sichergestellt werden, hält der Gemeinderat fest und betont: «Die heutige Gesellschaft benötigt solche Angebote.»