Statistik
Eine Umfrage zeigt: Das Fricktal wächst weiter

Ende Jahr wohnten 81'483 Menschen in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden. Das sind 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Thomas Wehrli
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Stein hofft, dass die Mittelschule Fricktal im Dorf landet. Das würde dem Dorf ein weiteres Wachstum garantieren. Bereits im letzten Jahr wuchs die Gemeinde mit einem Plus von 107 Einwohnern im Fricktal am stärksten.

Stein hofft, dass die Mittelschule Fricktal im Dorf landet. Das würde dem Dorf ein weiteres Wachstum garantieren. Bereits im letzten Jahr wuchs die Gemeinde mit einem Plus von 107 Einwohnern im Fricktal am stärksten.

zvg

Das Fricktal ist im letzten Jahr bevölkerungsmässig weiter gewachsen. Dies zeigt eine Umfrage der AZ unter den 32 Gemeinden in den Bezirken Laufenburg und Laufenburg. Danach wohnten Ende letzten Jahres 81'483 Personen im Fricktal. Das ist ein Plus von 0,80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ende 2019 lebten 80'837 Personen in den beiden Fricktaler Bezirken.

Die beiden Bezirke sind dabei unterschiedlich stark gewachsen. Betrug das Bevöl­kerungswachstum im oberen Fricktal 1,36 Prozent, lag es im unteren Fricktal bei 0,41 Prozent. Im Bezirk Laufenburg wohnten somit Ende letzten Jahres 448 Personen mehr als ein Jahr zuvor, im unteren waren es 198 Personen mehr. Das unterschiedlich starke Wachstum liegt auch am Angebot neuer Wohnungen, die im letzten Jahr auf den Markt kamen; im oberen Fricktal konnten im letzten Jahr gleich mehrere grössere Überbauungen bezogen werden.

Der Bezirk Rheinfelden bleibt dennoch der klar bevölkerungsstärkere Bezirk. Ende 2020 lebten im unteren Fricktal 48181 Personen, im oberen waren es 33'302 Personen. Dabei stechen im unteren Fricktal zwei Gemeinden heraus: Mit zusammen 24'636 Einwohnern stellen Möhlin und Rheinfelden mehr als die Hälfte der Bewohner des Bezirks.

Den grössten Zuwachs aller Gemeinden verzeichnete Stein mit einem Plus von 107 Einwohnern. In Kaisten wohnten Ende 2020 79 Personen mehr als ein Jahr zuvor, in Gipf-Oberfrick waren es 73. Ebenfalls einen Zuwachs von mehr als 50 Personen hatten auch Sisseln (59), Münchwilen (58) und Hornussen (52).

Die Gemeinde Münchwilen ist es auch, welche die Statistik der prozentual am stärksten gewachsenen Gemeinden anführt. Das Dorf wuchs einwohnermässig im letzten Jahr um 6,1 Prozent – und erreichte Ende Jahr erstmals mehr als 1000 Einwohner. Auf Platz zwei folgt mit einem Wachstum von 5,30 Prozent Hornussen. Ebenfalls mehr als drei Prozent legten Sisseln (3,70 Prozent), Stein (3,40 Prozent), Ueken (3,29 Prozent) und Wittnau (3,02 Prozent) zu.

In neun Gemeinden ging Zahl der Einwohner zurück

Insgesamt zählten Ende letzten Jahres 23 der 32 Gemeinden mehr Einwohner als vor Jahresfrist und in neun Gemeinden ging die Zahl der Einwohner zurück. In absoluten Zahlen war der Rückgang in Laufenburg am stärksten (-26). Mumpf verzeichnete ein Minus von 23 Einwohnern, Oberhof schrumpfte um 22 Einwohner. Prozentual war der Rückgang in Oberhof, der nach Olsberg zweitkleinsten Kommune im Fricktal, am grössten: Ende 2020 zählte das Dorf 3,72 Prozent weniger Einwohner als Ende 2019.

Klar den höchsten Ausländeranteil weist, wie seit Jahren, die Gemeinde Stein auf. 40,59 Prozent der Einwohner hatten hier Ende 2020 keinen Schweizer Pass. Es folgen Mumpf mit einem Ausländeranteil von 33,29 Prozent und Laufenburg mit einem solchen von 33,12 Prozent. Ebenfalls über 30 Prozent lag der Ausländeranteil in Rheinfelden mit 32,77 Prozent. Einen Ausländeranteil von weniger als zehn Prozent haben Hellikon (6,03 Prozent) und Wölflinswil (8,12 Prozent).

Ausländeranteil im unteren Fricktal bei 26,21 Prozent

Die hohen Werte von Mumpf, Stein und Rheinfelden führen dazu, dass der Ausländeranteil im unteren Fricktal über dem kantonalen Schnitt liegt. Dieser betrug Ende 2019 – die Zahlen für 2020 hat der Kanton noch nicht publiziert – 25,24 Prozent. Im Bezirk Rheinfelden lag der Ausländeranteil von 26,21 Prozent damit um 0,97 Prozent über dem kantonalen Wert.

Unterdurchschnittlich ist er dagegen im oberen Fricktal mit seinen vielen Landgemeinden. Hier betrug der Ausländeranteil Ende 2020 20,86 Prozent. In beiden Bezirken ist der Wert im letzten Jahr gestiegen; im unteren Fricktal um 0,26 Prozent, im oberen um 0,27 Prozent.

Am stärksten gestiegen ist der Ausländeranteil 2020 in Sisseln mit einem Plus von 1,98 Prozent, gefolgt von Zuzgen (+1,93 Prozent). Ebenfalls um mehr als 1,5 Prozent stieg der Wert in Obermumpf (+1,91 Prozent) und Hornussen (+1,79 Prozent).

In insgesamt 20 Fricktaler Gemeinden stieg der Ausländeranteil im letzten Jahr und in 12 Gemeinden sank der Anteil. Am stärksten ging er in Schwaderloch zurück; hier lebten Ende 2020 2,41 Prozent weniger Ausländer als ein Jahr zuvor. Ein Minus von 1,32 Prozent verzeichnet Oberhof. Am drittstärksten war der Rückgang in Olsberg (-0,79 Prozent). In Zeihen lag der Rückgang bei 0,76 Prozent, in Mumpf, Herznach und Magden um die 0,6 Prozent.

Frauenanteil liegt bei knapp 49 Prozent

Gesunken ist im letzten Jahr der Frauenanteil im Fricktal. Ende Jahr zählten die beiden Bezirke 39723 Bewohnerinnen – 201 weniger als ein Jahr zuvor. Prozentual sank der Frauenanteil damit um 0,64 Prozent. Die Entwicklung in den beiden Bezirken ist dabei sehr unterschiedlich. Im unteren Fricktal ging der Frauenanteil um 1,06 Prozent zurück, im oberen Fricktal lediglich um 0,02 Prozent.

Ende 2020 lag der Frauenanteil im Bezirk Rheinfelden damit bei 48,76 Prozent, im Bezirk Laufenburg bei 48,74 Prozent. Zum Vergleich: Kantonsweit lag der Frauenanteil Ende 2019 bei 49,76 Prozent.

Grösste Veränderung in Schwaderloch

In sechs Gemeinden stellten die Frauen Ende Jahr die Mehrheit in der Bevölkerung dar. Am höchsten war der Frauenanteil in Zeiningen mit 50,98 Prozent, gefolgt von Magden (50,68 Prozent) und Wegenstetten (50,53 Prozent). Genau gleich viele Männer und Frauen lebten Ende 2020 in Wittnau. Am kleinsten ist der Frauenanteil in Stein mit 40,65 Prozent. Ebenfalls unter 42 Prozentliegt er in Wallbach (41,21 Prozent) und Obermumpf (41,63 Prozent).

Die grösste Veränderung gab es im letzten Jahr in Schwaderloch; hier legte der Frauenanteil um 3,11 auf 47,41 Prozent zu. Ebenfalls um mehr als ein Prozent stieg der Frauenanteil in Mumpf (1,11 Prozent) und Münchwilen (1,08 Prozent). In 18 der 32 Gemeinden stieg der Frauenanteil im letzten Jahr, in 14 ging er zurück.