Rheinfelden
Eine Ziege zeigt Familien und Schulklassen die Stadt

Zwei neue thematische Stadtrundgänge erweitern das Tourismus-Angebot: «Häuser erzählen Geschichte(n)» und «Der listige Schneider von Rheinfelden». Letztere wurde speziell für Kinder entwickelt.

Ingrid Arndt
Merken
Drucken
Teilen
Stefan Schöttli nimmt, als Ziege verkleidet, Familien mit auf die Spuren des listigen Schneiders von Rheinfelden

Stefan Schöttli nimmt, als Ziege verkleidet, Familien mit auf die Spuren des listigen Schneiders von Rheinfelden

Tourismus Rheinfelden/zvg

Die historische Altstadt von Rheinfelden ist reich an wunderschönen Gebäuden, die nicht nur optisch etwas ganz Besonderes sind, sondern auch viele interessante Geschichten erzählen können: Über ihre ehemaligen Bewohner, über ihre Namen und über das Gewerbe, das eventuell dafür Pate stand. Diesen Geschichten ist der langjährige Stadtführer Rudolf Hofer auf den Grund gegangen, hat dabei Spannendes gefunden und bietet nun zu diesem Thema eine neue Führung an. Am Montag wurde sie vorgestellt.

Im Mittelalter trug jedes bürgerliche Haus seinen eigenen Namen, der je nach Witz und Laune entstand. Ab 1764 wurde dann von allen Hausbesitzern ein Hausname verlangt. Viele von ihnen sind bis heute erhalten geblieben. Das «Haus zur Sonne» in der Marktgasse zum Beispiel steht schon seit 700 Jahren, war damals Wirtschaft, Treffpunkt der gehobenen Herrengesellschaft, dann lange Wohnhaus mit unterschiedlichen Eigentümern und beherbergt heute die Schätze des Fricktaler Museums.

Ebenso alt ist das Haus «Zum Gilgenberg» (Gilgen = Lilien), dem die drei Sammelzünfte den Namen gaben. Im Haus «Zum Drachen» wohnte damals eine bekannte Bildhauerfamilie, das Haus «Invalid» war bekannt dafür, dass es ständig wacklig und hinfällig war.

Rechte und Pflichten der Zünfter

Die Besucher des rund 90-minütigen Rundgangs erfahren Wissenswertes zu den Zünften, zu den Rechten und Pflichten der Mitglieder. Dazu gehörte, dass niemals Schuhe zweimal besohlt oder ausserhalb der Stadt verkauft werden durften. Viel zu hören ist über die Bedeutung des Handwerks ab Mitte des 13. Jahrhunderts für die Wirtschaft, über Zunftordnungen (unanständiges Verhalten wurde sanktioniert), und warum die Umwandlung der Holzhäuser in Steinhäuser angeordnet wurde.

Der Rundgang führt vorbei an wunderschönen alten Gebäuden wie dem Immenkorb (Bienenkorb), geht weiter zu Kommandantenhaus und Badstube, zum leider abgerissenen Schwibbogen, zu «Gilgenberg» und «Sonne». Interessierte können am 16. April um 16 Uhr erstmals am Stadtrundgang «Häuser erzählen Geschichte(n)» teilnehmen.

Rund zwei Monate später, am 11. Juni um 16 Uhr, findet erstmals die Familienführung «Der listige Schneider von Rheinfelden» statt. Im Zentrum steht dabei die Sage von der Geiss und dem Schneider, die vor vier Jahrhunderten die Stadt Rheinfelden vor den Schweden gerettet haben.

Kinder stellen andere Fragen

Wenn Kinder sich die Geschichte einer Stadt erschliessen, betrachten sie die Dinge jedoch anders als Erwachsene und stellen auch ganz andere Fragen. Daran knüpft die Führung von Stephan Schöttli an, der als Ziege verkleidet durch die Stadt führt. Sehr plastisch malt er ein Bild von der Belagerung durch die feindliche Armee, von den tapferen Bewohnern des Städtli. Er besucht die Geisslein, berichtet darüber, wie sich die Menschen diese Tiere nützlich machten und wie sie leben. Spannend ist dieser Rundgang für Schulklassen, Kindergärten, zur Ergänzung von Kindergeburtstagen, aber auch für die ganze Familie.