London/Zeihen

Eingeladen zur Teeparty mit der Queen – aus dem Foto mit ihr wurde nichts

Der «Staff» des britischen Bobteams (rechts: Manuela und Reto Meier) traf sich um 14 Uhr vor dem Buckingham-Palast und schritt um 15 Uhr gemeinsam zur Gartenparty.

Der «Staff» des britischen Bobteams (rechts: Manuela und Reto Meier) traf sich um 14 Uhr vor dem Buckingham-Palast und schritt um 15 Uhr gemeinsam zur Gartenparty.

Reto und Manuela Meier aus Zeihen erlebten Elizabeth II. hautnah – nur aus dem Foto mit ihr wurde nichts. Trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis für die Fricktaler.

Das Tässchen Tee mit Queen Elizabeth II. und ihrem Gemahl, Prinz Philip, mundete Reto und Manuela Meier aus Zeihen «hervorragend».

«Mein Favorit war das Erdbeertörtchen», blickt Reto Meier auf die Royal Garden Party im Buckingham-Palast zurück, zu der er zusammen mit seiner Frau eingeladen war, «aber auch die Fingersandwiches waren top.» 

Reto und Manuela Meier aus Zeihen erlebten Queen Elizabeth II und Prinz Philip hautnah: Sie waren zu einer der legendären Gartenpartys im Garten des Buckingham-Palastes eingeladen.

Reto und Manuela Meier aus Zeihen erlebten Queen Elizabeth II und Prinz Philip hautnah: Sie waren zu einer der legendären Gartenpartys im Garten des Buckingham-Palastes eingeladen.

Allerdings waren die lukullischen Genüsse an diesem Nachmittag Ende Mai nur die Statisten. «Es war ein grandioses Erlebnis, einem solchen Anlass einmal beiwohnen zu können», sagt Manuela Meier.

Zum Handkuss kam das Landwirte-Ehepaar aus dem Fricktal durch die Passion von Reto Meier: das Bobfahren. Als Mechaniker machte er die königlichen Schlitten drei Saisons lang schnell – und sorgte so dafür, dass die Briten an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi im Viererbob auf den fünften Platz fuhren. «Es waren die besten Winterspiele aller Zeiten für die Briten.»

Als Dank wurde das ganze Team von der Queen zur Gartenparty eingeladen. Drei solcher Partys veranstaltet Elizabeth II. jeden Sommer; jedes Mal flanieren bis zu 8000 Menschen über den englischen Rasen vor dem Buckingham-Palast.

Gartenparty, an der es neben Tee auch Fingersandwiches und Törtchen gab.

Gartenparty, an der es neben Tee auch Fingersandwiches und Törtchen gab.

«Ein Schauspiel, bei dem man nicht aus dem Staunen herauskommt», sagt Manuela Meier – und das immer nach dem gleichen Ritual abläuft. Um 15 Uhr werden die geladenen Gäste eingelassen, um 16 Uhr taucht die Queen auf, schreitet zusammen mit Prinz Philip – zu den Klängen von «God Save the Queen» – das Menschenspalier ab, wechselt mit diesem und jenem ein paar Worte, verschwindet in ihrem Teezelt und tritt kurz vor 18 Uhr den Rückweg zum Palast an.

Den Einzug der Queen verfolgten Reto und Manuela Meier noch aus der Ferne («der Garten ist ja riesig»). Beim Rückweg standen sie derart gut, dass sie die Queen beinahe berühren konnten, «was natürlich ebenso verboten war, wie die Queen anzusprechen». Und wie das Fotografieren. Dennoch zückte Reto sein Handy und Manuela positionierte sich so, dass Reto unbemerkt ein Foto der Königin hätte machen können. Hätte, denn «ich war so gebannt von der Situation, dass ich nicht abgedrückt habe». Die Queen, 89 und «tough», und ihr fünf Jahre älterer Gemahl hätten sie schon beeindruckt, wie sie da an ihnen vorbeischritten, sagen beide, «da schaut, staunt und geniesst man nur noch».

Auch ohne royales Foto «hat alles gepasst. Wir fühlten uns rundherum wohl.» Sauwohl, kann man auch sagen, denn die Queen trat im «säulipinken Outfit» (Manuela) auf. Sie selber bestellte ihr Kleid im Internet, «weil ich wegen der Figur schauen musste»: Die Bäuerin erwartet im August ihr zweites Kind. Sie habe zwei Kleider bestellt, eines passte perfekt. «Ein Volltreffer», schmunzelt sie. Dass sie mit Hut auf der Party erschien, war für Manuela Meier immer klar. «Der gehört einfach dazu.»

Ihr Mann hatte es, rein kleidungstechnisch, deutlich einfacher: Wie das ganze Bobteam erschien er in der Olympia-Kleidung, was ihm dann prompt ein Zunicken von Prinzessin Anne einbrachte – die Tochter der Queen ist in der Familie für die Olympischen Spiele zuständig. Ganz liessen die Meiers das Fotografieren dann doch nicht bleiben: Sie machten, trotz Verbot, Schnappschüsse der Party und liessen sich selber im Garten ablichten.

«Das machen doch alle», sagt Reto Meier mit einer Gelassenheit, die britischer kaum sein könnte. «Leicht nervös» seien sie nur einmal geworden: am Tag vor dem Flug nach London, als die Flugtickets noch nicht da waren. Aber auch hier half die britische Devise: «Well, das wird schon – lasst uns einfach ein Tässchen Tee trinken.»

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