Um die Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern, wurden vor sieben Tagen verschärfte Massnahmen durch den Bund in Kraft gesetzt. Konkret geht es bei diesen darum, den Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln zu verhindern (die az berichtete). «Damit die Massnahmen umgesetzt werden, hat der Veterinärdienst des Kantons alle registrierten Geflügelhalter angeschrieben», sagt Daniela Diener, Sprecherin des Departements Gesundheit und Soziales (DGS).

Dieser Brief flatterte auch bei Geflügelzüchter Linus Jegge aus Oeschgen letzten Freitag ins Haus – zwei Tage, nachdem die Verordnung bereits in Kraft getreten war. «Es ist für mich unverständlich, zu verlangen, eine solche Verordnung von heute auf morgen umzusetzen. Da bleibt einem kaum Zeit, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen», kritisiert Jegge.

Wasser wird aufgewirbelt

Um den Massnahmen nachzukommen, hat der Geflügelzüchter seine Steinbacher Kampfgänse, die für gewöhnlich im Freien gehalten werden, in drei geschlossenen Ställen untergebracht. Das Problem: «Die Gänse versuchen, in den dort untergebrachten Wasserbecken zu baden, wirbeln mit ihren Flügeln das Wasser auf und setzen den Stall unter Wasser. Dadurch ist die Stallhaltung für mich sehr pflegeintensiv», erklärt Jegge.

Weniger problematisch ist die Umsetzung der Massnahmen für den Oberhofer Geflügelfarmer Marius Fricker. Einzige Einschränkung: Er lässt seine Hühner nicht mehr in die Freilaufzone, jedoch: «Die Tiere gewöhnen sich schnell daran», sagt er und schiebt nach: «Ich halte meine Hühner im Stall oder in einer Vorlaufzone, die mit einem engmaschigen Draht verschlossen ist.»

Auch Benedikt Schmid, Geflügelfarmer aus Gipf-Oberfrick, wurde erst am Freitag – wie Jegge – per Brief vom Veterinäramt über die Verordnung informiert: «Ich habe es zwar inoffiziell über das Radio erfahren, aber der Kanton kann nicht davon ausgehen, dass jeder Geflügelbesitzer an diesem Tag Radio hört oder fernsieht.»

Diener erklärt: «Der Kanton kann erst reagieren, wenn die definitive Version des Bundes vorliegt», und schiebt nach, dass aufgrund der Gesamtrisikobeurteilung im Kanton Aargau, eine Toleranzfrist von einigen Tagen für die Umsetzung der präventiven Massnahmen durchaus vertretbar sei.