Von 2018 bis 2019

Einwohner, Frauen- und Ausländeranteil: So haben sich die Fricktaler Gemeinden verändert

Gehören zu den wachstumsstärksten Gemeinden: Gipf-Oberfrick (im Vordergrund) und Frick.

Gehören zu den wachstumsstärksten Gemeinden: Gipf-Oberfrick (im Vordergrund) und Frick.

Anfang Jahr lebten 82'616 Einwohner im Fricktal – das sind 0,72 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das obere Fricktal wuchs dabei stärker.

Der Bauboom im Fricktal hält seit Jahren an. Das freut nicht nur die Bauunternehmen und Immobilienmakler, das freut auch die Gemeinden, denn das beschert ihnen neue Einwohner und damit zusätzliches Steuersubstrat.

Ende 2019 lebten in den beiden Bezirken Laufenburg und Rheinfelden 80886 Personen. Das sind 506 oder 0,63 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies zeigt eine Umfrage der AZ unter sämtlichen Fricktaler Gemeinden. Die Zahl kann zwar wegen unterschiedlicher Abgrenzungen noch leicht von der offiziellen Statistik des Kantons abweichen, die jeweils im Frühjahr publiziert wird – doch die Tendenz ist klar: Es geht bevölkerungsmässig kontinuierlich aufwärts.

Zählt man die Einwohner der drei Gemeinden Bözen, ­Effingen und Elfingen, die im Bezirk Brugg liegen, aber geografisch im Fricktal liegen, hinzu, wohnten Anfang Jahr 82'616 Personen im Fricktal  – ein Plus von 0,72 Prozent.

Auf den ersten Blick etwas überraschend ist, dass das obere Fricktal im letzten Jahr mit 1,32 Prozent oder 429 Personen doch deutlich stärker gewachsen ist als das untere Fricktal mit einem Plus von 0,16 Prozent oder 77 Personen. Dies liegt daran, dass im oberen Fricktal im letzten Jahr etliche grössere Überbauungen auf den Markt kamen, im unteren jedoch mehrere – etwa der Salmenpark 2 oder das Furnierwerk in Rheinfelden – erst im Bau sind.

Unterschiede zwischen den Gemeinden sind gross

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden sind markant und reichen von einem Einwohner-Minus von 2,52 Prozent (Obermumpf) bis zu einem Plus von 8,01 Prozent (Bözen).

Auffallend: Unter den fünf grössten Gewinnern sind, prozentual, mit Bözen, Mumpf, Effingen, Schwaderloch und Zeiningen eher kleinere Gemeinden.

In Mumpf beispielsweise wohnten Ende letzten Jahres 84 Personen mehr im Dorf; das entspricht einem Plus von 5,72 Prozent. «Mitte Jahr wurde eine grosse Wohnsiedlung bezugsbereit, was zu einem entsprechenden Bevölkerungszuwachs geführt hat», führt Gemeindeschreiber Reto Hofer aus. Auch Livia Grossmann, stellvertretende Gemeindeschreiberin in Zeiningen, führt das Bevölkerungsplus auf verschiedene Mehrfamilienhäuser zurück, die 2019 fertiggestellt wurden.

Erst nach diesen kleineren, oft etwas peripher gelegenen Gemeinden folgen in der Bevölkerungsstatistik mit Gipf-Oberfrick und etwas später auch Frick die beiden Zentrumsgemeinden im oberen Fricktal. Die wachstumsstärkste Gemeinde aus dem Bezirk Rheinfelden ist weder Rheinfelden noch Möhlin ‑–es ist Wallbach auf Platz 11 mit einem Plus von 33 Einwohnern.

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die effektiven Veränderungen der Einwohner in den Blick nimmt. Dann haben Frick (+112) und Gipf-Oberfrick (+107) klar die Nase vorne; mit deutlichem Abstand auf Platz drei folgt Mumpf.

Rheinfelden mit einem leichten Minus

Auf der anderen Seite der Tabelle, also bei den Gemeinden mit der grössten Bevölkerungsabnahme, taucht eine Gemeinde auf, von der man es nicht erwarten würde: Rheinfelden verzeichnet gegenüber 2018 ein Minus von 40 Einwohnern. Dies muss allerdings doppelt nicht beunruhigen, denn zum einen ist es eine Momentaufnahme, zum anderen kommen in diesem und nächstem Jahr viele Wohnungen auf den Markt.

Ein Minus verzeichnen aber auch kleinere Gemeinden, etwa Oberhof mit -15 Einwohnern. Gemeindeschreiberin Martina Schütz geht davon aus, dass der Rückgang vor allem damit zu erklären ist, dass einige junge Erwachsene aus dem elterlichen Haushalt ausgezogen sind. «Für diese Personen kommt dann im Normalfall niemand nach – im Gegensatz zu einer Mietwohnung», so Schütz.

Dass eine Zu- oder Abnahme der Werte in der Statistik nicht immer mit einem effektiven Bevölkerungswachstum oder einer Bevölkerungsabnahme gleichgesetzt werden kann, zeigt das Beispiel Kaiseraugst. Hier hat der ausgewiesene Wert gegenüber dem Vorjahr um sechs Personen abgenommen. Die Zahl liegt aber laut Daniel Sonderegger, Leiter Einwohnerdienste, nur deshalb tiefer, weil die Erhebungsmethode leicht angepasst wurde.

Lesen Sie morgen: So hat sich der Ausländeranteil in den Fricktaler Gemeinden verändert.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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