Ueken

Endlich: «Caleb», das entwischte Känguru, ist wieder zuhause

Roland Deiss aus Ueken hat den Wettlauf gegen die Zeit gewonnen. Er hat sein zweijähriges Känguru «Caleb» wieder. Ein Jäger hat es eingefangen.

Es waren schlaflose Nächte für Roland Deiss, 70, aus Ueken. Seit Dienstag fehlte von «Caleb», seinem zweijährigen Känguru, jede Spur. «Ich habe bereits mit dem Schlimmsten gerechnet», sagt er. Am Montagmorgen büxte «Caleb» aus dem Stall aus, weil ein Hängebauchschwein seinen Rücken von aussen an der Stall-Tür scheuerte und dadurch das Schloss löste.

«Meine Tochter sah das Känguru am Waldrand stehen und wollte es mit Leckerli zurück zum Gehege locken», erzählt Deiss. Doch «Caleb» hüpfte in die andere Richtung den Hang hinauf – direkt in die Scheune des benachbarten Landwirts.

Dieser bemerkte das Känguru und sperrte es in der Scheune ein. «Als ich ‹Caleb› holen wollte, ist er durch eine Katzenklappe entwischt», so Deiss.

Anschliessend machte sich das Känguru zu einer Weide mit Kühen auf, als es einen Schlag vom Elektro-Zaun abbekam, verschwand es vor Schreck im Wald. «Ich habe sofort den Förster informiert, dass mein Känguru abgehauen ist. Ich wollte ja nicht, dass ‹Caleb› noch versehentlich erschossen wird», sagt Deiss.

Doch für das nur knapp 20 Kilogramm schwere Känguru, dass sich von Gras und Blättern ernährt, lauern im Wald noch andere Gefahren, wie etwa Füchse, Hunde oder Wildschweine, sagt Deiss.

In der Nacht auf Dienstag sah ein Jäger auf dem Kornberg das Tier zum letzten Mal. Bis gestern Morgen fehlte von ‹Caleb› jede Spur. «Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben», so Deiss.

Doch dann am Donnerstag Morgen kam der erlösende Anruf der Regionalpolizei Oberes Fricktal, dass der Ausbüxer beim Riedhof in Gipf-Oberfrick gesichtet wurde. Deiss trieb zusammen mit der Polizei das verirrte Känguru vor die Flinte eines Jägers, der «Caleb» einen Betäubungsschuss verpasste – doch die Dosis war zu schwach.

«Als wir vor ‹Caleb› standen, sprang er wieder auf und haute ab», so Deiss. Mehrere Kilometer verfolgte der Tross das Känguru, bis der Jäger «Caleb» die zweite Dosis verpassen konnte.

Anschliessend packte Deiss sein Känguru, transportiere es in einer Kiste nach Ueken zurück und legte es in den Stall, wo «Caleb» gestern Mittag aus dem Dämmerschlaf langsam erwachte.

«Als ‹Caleb› im Stall aufwachte, ist mir ein grosser Stein vom Herzen gefallen. Er ist wie ein Familienmitglied für mich. Ich habe ihn vermisst», sagt Deiss. Auch «Amaro», «Calebs» gleichaltriger Känguru-Gefährte, habe sich gefreut, als «Caleb» wieder da war, sagt Deiss.

«Die letzten Tage hat ‹Amaro› immer die Ohren aufgestellt, um zu hören, ob ‹Caleb› irgendwo ist.» Gleich nach dem Verschwinden seines Kängurus hat Deiss das Schloss am Stall verstärkt. «So etwas Schlimmes, will ich nicht noch einmal durchmachen müssen», sagt er.

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Autor

Dennis Kalt

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