Die Rheintal-Bahnstrecke zwischen Basel und Karlsruhe ist mittlerweile seit fast einem Monat gesperrt. Der Grund: Ein Hohlraum unter den Gleisen liess diese absacken. Mit rund 200 Zügen, die normalerweise täglich auf diesem Abschnitt verkehren, ist die Strecke die bedeutendste Verbindung für Güter, die zwischen der Schweiz und Deutschland auf der Schiene transportiert werden. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis zum 7. Oktober.

Problem Export

Von der Sperrung unterschiedlich betroffen sind Fricktaler Unternehmen, wie eine Umfrage der AZ zeigt. Auswirkungen spürt die Jakob Müller AG in Frick bei ihren Maschinenexporten. «Unsere Maschinen werden grösstenteils per Container ab den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam in die ganze Welt versendet», sagt Carlos Klöti von der Jakob Müller AG.

Im Regelfall werden die Container per Bahn zu den Häfen transportiert. Aktuell heissen die Alternativen Binnenschifffahrt und «bei sehr eiligen Sendungen» auch Lastwagen. Da die Terminals in den Häfen jedoch überlastet seien, komme es bei der Verladung zu Verzögerungen. Beträgt die Laufzeit bis zu den Häfen in Antwerpen und Rotterdam normalerweise etwa drei Tage, so dauert sie derzeit fünf bis zehn Tage.

Ein Güterzug pro Woche statt zehn und verlorene Kunden: So leiden Aargauer Unternehmer unter dem Streckenunterbruch der Deutschen Bahn.

Spediteure triffts härter

Immerhin sind der Jakob Müller AG bislang keine Mehrkosten entstanden. «Noch federn die Spediteure die Mehrkosten ab», so Klöti. Den Spediteuren mache die Situation viel mehr zu schaffen, da sie die Alternativmöglichkeiten suchen müssten, sagt Klöti. Tatsächlich sagt Martina Preiser, Leiterin der Filiale Eiken des Logistikunternehmens DB Schenker: «Dieser Unterbruch trifft uns hart.»

Einerseits müssten Ersatzlösungen für Transporte gefunden werden, die normalerweise mit der Bahn auf dieser Strecke ausgeführt werden. Und andererseits wirke sich der Unterbruch auf den gesamten Markt aus und es stehe weniger Laderaum zur Verfügung, als benötigt wird. «Unsere Arbeitsabläufe haben nicht viel Spielraum», so Preiser weiter.

Produktion bei der der Jakob Müller AG. (Archiv)

Produktion bei der der Jakob Müller AG. (Archiv)

«Wenn unser Aufwand für die Suche nach Laderaum um das Fünffache steigt, dann trifft uns das sehr.» Viele Termine hätten geschoben und manche Transporte sogar abgesagt werden müssen. Kaum betroffen ist die Firma Streck Transporte in Möhlin, die hauptsächlich auf Strassen unterwegs ist. «Dort merken wir den Mehrverkehr», so Verkaufsleiter Manfred Schmittel.

Malz-Import nicht betroffen

Die Brauerei Feldschlösschen musste «kleine Anpassungen in den Zeiten des Rangierbetriebs» vornehmen, wie Gaby Gerber, Leiterin Unternehmenskommunikation, sagt. Dies beeinträchtige jedoch den Tagesablauf nicht. Auch der Import von Rohstoffen sei nicht betroffen. «Grosse Warenströme wie die Anlieferung von Malz erfolgen per Bahn via Frankreich», so Gerber.

Feldschlösschen-Brauerei musste Rangierbetrieb umstellen.

Feldschlösschen-Brauerei musste Rangierbetrieb umstellen.

Anders als beim Export spürt auch die Jakob Müller AG beim Import derzeit keine Auswirkungen. Die Beschaffung sei nicht betroffen, so Carlos Klöti. «Die Güter werden auf Lastwagen umgeladen und dann auf der Strasse transportiert.»