Frick

Er war Fabrikarbeiter fürs Geld und Maler aus Passion

Franz-Friedrich Fischer (links) und Bruno Meier waren mit Geni Hüsser befreundet und diskutieren vor einem von Hüssers Gemälden. Ingrid Arndt

Franz-Friedrich Fischer (links) und Bruno Meier waren mit Geni Hüsser befreundet und diskutieren vor einem von Hüssers Gemälden. Ingrid Arndt

Eine Ausstellung im Kornhauskeller in Frick erinnert an das vielseitige Schaffen von Geni Hüsser. Seine Bilder nehmen den Reiser mit auf eine Reise durch verschiedene Stationen im Leben des Malers.

Wenn sich Freunde und Weggefährten an den in Frick geborenen Maler, Musiker, Weltenbummler und Lebenskünstler Geni Hüsser (1930–2012) erinnern, betonen sie immer wieder, er sei ein ganz besonderer Mensch gewesen. Mit dem glamourösen Schein hatte er absolut nichts am Hut.

Selbst extrem bescheiden, aber mit grossen Herzen, zählte für ihn nur das ehrliche Sein. Vielleicht liegen die Wurzeln dafür in seiner kargen Jugend. Um sich die Mittel zum Malen finanzieren zu können, musizierte er und verdiente sich das Geld in diversen Berufen als Fabrikarbeiter. Später dann auch, um seine Familie ernähren zu können. Seine Passion war das Malen. «Er malte, weil er es einfach tun musste, es malte mit ihm», sagte der Journalist Jörg Meier in seinen einführenden Worten zur Ausstellung im Kornhauskeller in Frick.

Gemalt habe er nie, um berühmt zu werden. Er habe nie einen Preis gewonnen oder ein Stipendium bekommen. Auch verkauft habe er nie besonders viele seiner Bilder – doch das sei ihm egal gewesen. Er lebte mit seinen Bildern, in seiner Wohnung, die gleichzeitig auch Atelier war. Fertig war für ihn dann ein Bild, wenn es stimmte, in sich harmonisch war und kleine Glücksmomente auslösen konnte.

Die ungegenständlichen Bilder drücken Stimmungen, Gefühle, Emotionen des Malers aus und so darf auch der Betrachter je nach eigener Befindlichkeit die Bilder interpretieren, dabei seine Fantasie auf Reisen schicken.

Rot-sandfarbene Impressionen könnten eine Erinnerung an die glücklichen Jahre von Hüsser in Kenia sein, ovale Gebilde die Vorstellung an Samenkörner zaubern. Ein kraftvolles Farbenspiel kann die Illusion an Afrika wecken oder auch einen Sonnenuntergang, inspirierend die in sich verschlungenen Linien seiner Schwarz-Weiss-Malereien.

Nachdem Geni Hüsser vor 40 Jahren nach Wohlen gezogen war, geriet er im Fricktal etwas in Vergessenheit. In seinen letzten Lebensjahren intensivierte er wieder seine Freundschaft zu Gino Suter, musizierte viel mit ihm gemeinsam. Suter war es auch, der die Anregung für diese Ausstellung gab.

Öffnungszeiten: Samstag, 15. und 22. November: 11–18 Uhr; Sonntag, 16. und 23. November 14–18 Uhr.

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