Zeihen

Erste Aargauer Gemeinde sagt 1.-August-Feier ab – was machen andere?

Viele Gemeinden warten mit einem Entscheid über die Durchführung ihrer Bundesfeier ab, bis der Bundesrat die nächsten Lockerungsschritte bekannt gibt. (Archivbild)

Viele Gemeinden warten mit einem Entscheid über die Durchführung ihrer Bundesfeier ab, bis der Bundesrat die nächsten Lockerungsschritte bekannt gibt. (Archivbild)

Aus Sicherheitsgründen verzichtet die Gemeinde auf eine 1.-August-­Feier. Wie halten es andere Gemeinden? Der allgemeine Tenor: abwarten.

Wenn der Alpen Firn sich in diesem Jahr am 1.August rötet, ist alles etwas anders. Die Coronakrise wirft auch Schatten auf den Nationalfeiertag. Denn ob die Bundesfeiern durchgeführt werden können, ob Herr und Frau Schweizer bei Bier und Cervelat über das hehre Vaterland debattieren können, hängt ganz vom Fahrplan ab, den der Bundesrat am 27.Mai für Veranstaltungen unter 1000 Personen beschliessen will.

Viele Gemeinden warten denn auch mit einem Entscheid über die Durchführung ab, bis der Bundesrat die nächsten Lockerungsschritte bekannt gibt. Das zeigt eine Umfrage der AZ.

Nicht so Küttigen und Zeihen. Hier hat man sich bereits entschieden, die diesjährige Bundesfeier nicht durchzuführen. «Aus Sicherheitsgründen verzichten wir in Absprache mit dem Gemeinderat auf die Durchführung der Bundesfeier», sagt Urs Bürgi, Präsident der Zeiher Kulturkommission. Strenge Hygienevorschriften wären auf dem Schulhausplatz nur schwer respektive kostspielig umsetzbar. Natürlich reue sie der Entscheid, so Bürgi, «aber die Gesundheit geht vor».

Ganz verzichten müssen die Zeiher nicht auf Bundesfeierstimmung: Der Lampionumzug und die Abgabe der 1.August-­Weggen soll stattfinden.

Bremgarten will eine Bundesfeier durchführen, sofern dies von den Vorgaben her möglich ist. Dies hat der Stadtrat letzte Wochen entschieden. Am Montag wird er voraussichtlich über die Details beraten. «Ob das Feuerwerk durchgeführt wird, müssen wir noch bestimmen, da haben wir wohl ein Problem mit dem 1000er-Versammlungsverbot des Bundesrates – und mit dem immer noch nicht gültigen Budget», sagt Stadtammann Raymond Tellenbach.

Muri plant ebenfalls noch mit der Durchführung der Bundesfeier. «Allerdings ist die Unsicherheit immer noch vorhanden und die Detailplanung haben wir noch nicht in Angriff genommen», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger. Man wartet den Entscheid des Bundesrates vom 27.Mai ab. Die Feier wäre vielleicht gerade in diesem Jahr besonders wertvoll, findet Budmiger.

Gesundheit der Besucher hat oberste Priorität

Auch Bad Zurzach und Aarau warten mit dem Entscheid zu, bis der Bundesrat Details zum nächsten Lockerungsschritt bekannt gibt. «Wenn sich die Coronazahlen weiterhin gut entwickeln, hoffen wir darauf, dass wir den Anlass durchführen können», sagt der Aarauer Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. Oberste Priorität beim Entscheid hat «die Gesundheit der Festbesucherinnen und Festbesucher», sagt Nadine Wenger, Gemeindeschreiber-Stv. in Bad Zurzach.

In Wettingen ist der Entscheid ebenfalls noch nicht gefallen. «Der Gemeinderat wird am 7.Mai dazu eine Diskussion führen», sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. Es gehe dann auch darum, über weitere Veranstaltungen der Gemeinde zu befinden, die in der Zeit von Juli bis Ende Jahr stattfinden sollten.

In Zofingen will man Ende Mai entscheiden, ob die Bundesfeier stattfindet. «Bevor wir einen definitiven Entscheid treffen, möchten wir die Auswirkungen der schrittweisen Öffnung abwarten», sagt Brigitte Albisser, Leiterin Stadtmarketing & Sport.

Auch Lenzburg und Wohlen haben sich entschieden, vorerst die weitere Entwicklung zu beobachten und den Entscheid des Bundes vom 27.Mai abzuwarten. Davon hängt auch die Durchführung der gemeinsamen Bundesfeier von Brugg und Windisch ab. «Massgebend für unseren Entscheid werden die Auflagen des Bundesrates für die Durchführung der Feier sein», sagt der Windischer Gemeindeschreiber Stefan Wagner. Denn im Amphitheater sei es nicht möglich, spezifische Schutz- und Distanzbestimmungen einzuhalten.

«Wie die letzten Tage und Wochen gezeigt haben, ent­wickelt sich die Lage nach wie vor dynamisch», sagt Michael Widmer, Gemeindeschreiber in Frick. Es sei folglich für einen Entscheid noch zu früh.

In Rheinfelden will man nach dem 27.Mai entscheiden, in Möhlin bis Mitte Juni. «Es wird ein Abwägen sein, ob der Gesundheitsschutz der Bevölkerung gewährleistet werden kann und wie weit man der Bevölkerung nach dieser entbehrlichen Zeit ‹etwas bieten› kann», sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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