Absage

«Es ist ein Vernunftsentscheid»: Auch die Rheinfelder Fasnacht fällt aus

Harter Schlag: Die Narren dürfen erst 2022 wieder durch Rheinfelden ziehen.

Harter Schlag: Die Narren dürfen erst 2022 wieder durch Rheinfelden ziehen.

Die Rheinfelder Fasnacht findet erst nächstes Jahr wieder statt. Die Fasnachtsorganisatoren sehen ein zu hohes Risiko bei einer Durchführung – Laufenburg, Kaiseraugst und Kaisten arbeiten am Plan B.

16 Monate, drei Wochen und vier Tage. So lange müssen sich die Rheinfelder Fasnächtlerinnen und Fasnächtler gedulden, bis sie das nächste Mal kostümiert durch die Strassen der Altstadt ziehen dürfen. Das wird erst Ende Februar 2022 sein. Denn: Die Fasnacht 2021 fällt aus. Das gab die Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden am Montag in einer Mitteilung bekannt.

«Es ist ein Vernunftsentscheid», sagt Präsident Roger Wendelspiess auf Anfrage. Während der vier Fasnachtstage seien jeweils Tausende Fasnächtler und Besucher in den Gassen und Beizen unterwegs. «Das Risiko einer Massenansteckung wäre bei einer Durchführung – selbst mit Schutzkonzept – zu hoch», sagt Wendelspiess.

Die Durchführung vom «Füürball» ist offen

Eine Durchführung mit strenger Maskenpflicht und Abstandsregeln wäre in der Theorie zwar denkbar. Aber: «Wie soll das in den Beizen, am Schnitzelbankabend oder an den Umzügen möglich sein? Wer kontrolliert das Maskentragen in den dichten Menschenansammlungen schlussendlich?», fragt Wendelspiess. «Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, aber die Gesundheit ist uns wichtiger als die immer sehr tollen Fasnachts­tage», so Wendelspiess.

Betroffen sind sämtliche Anlässe der Rheinfelder Fasnacht, mit einer Ausnahme: Offen ist noch, ob der «Füürball» am 30. Januar stattfinden wird. Das Organisationskomitee trifft sich in den nächsten Tagen, um einen Entscheid zu fällen. Dabei soll auch eine allfällige Durchführung mit Schutzkonzept geprüft werden.

Kleinere Anlässe soll es trotzdem geben

Nach Möhlin ist Rheinfelden bereits die zweite Fricktaler Fasnachtshochburg mit einer Absage. In Laufenburg, Kaisten und Kaiseraugst ist eine Entscheidung derweil noch nicht gefallen. In Laufenburg treffen sich die Oberhäupter der Zünfte noch in dieser Woche mit den Stadtbehörden auf deutscher und Schweizer Seite. Ob da bereits ein Entscheid falle, sei noch offen, sagt Martin Schmid vom Organisationskomitee der Städtlefasnacht. «Spätestens im Oktober soll aber klar sein, wie die Fasnacht 2021 aussehen wird – auch, um für die Aktiven eine Planungssicherheit zu schaffen», so Schmid.

Klar ist aber auch hier: So wie gewohnt, wird die Fasnacht 2021 kaum stattfinden können. Eine Durchführung samt grenzüberschreitendem Umzug und Guggen-Open-Air hält Schmid «angesichts der jetzigen Lage für unrealistisch», aber: Einzelne Anlässe könnten mit einem Schutzkonzept vielleicht trotz Corona durchgeführt werden. «Teilweise gibt es da schon entsprechende Überlegungen und Planungen», sagt er. Spruchreif sei aber noch nichts.

Die Vorfreude ist jetzt schon gross

Auch in Kaisten und Kaiseraugst gibt es Überlegungen für einen Plan B. «Wir werden uns sicher an die geltenden Bestimmungen halten und gegebenenfalls Anpassungen bei einzelnen Anlässen vornehmen», sagt der Kaister Narrenvater Marco Zaugg. Eine komplette Absage der Fasnacht sei derzeit kein Thema. In Kaiseraugst haben die Organisatoren gar schon ein Konzept für eine «Fasnacht light» ausgearbeitet. Derzeit liegt es zur Genehmigung bei der Gemeinde. «Wir hoffen, so wenigstens einige Anlässe – natürlich unter Einhaltung der Schutzbestimmungen – durchführen zu können», sagt Mathias Hassler Obmann des Fasnachtscomités.

16 Monate, drei Wochen und vier Tage – so lange müssen sich die Rheinfelder Fasnächtler nun gedulden. «Die Vorfreude auf die Fasnacht 2022 ist aber jetzt schon gross», sagt Roger Wendelspiess. «Ich bin überzeugt, dass sie dann noch stimmungsvoller und farbenfroher wird.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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