Anders als beim Appenzeller Käse, wo Schauspieler Uwe Ochsenknecht ebenso facettenreich wie erfolglos versucht, den beiden Bauern das Rezept zu entlocken, ist das Erfolgsrezept der Expo 14 in Frick nicht geheim:

Man nehme «viel Herzblut und begeisterungsfähige Teilnehmer» (Franziska Bircher), mische eine ordentliche Portion «aktives und innovatives Gewerbe» (Christoph Vogel) darunter, gebe eine nicht zu kleine Prise «regionale Ausstrahlung» (Daniel Suter) hinzu, schmecke das ganze mit einem Konzept ab, das «im ganzen Kanton Wellen wirft» (Kurt Schmid) – und schon hat man «eine der schönsten und interessantesten Gewerbeschauen im Kanton» (Roland Brogli).

Eine der speziellsten auch, denn in Frick trottet man nicht einfach von Stand zu Stand, sondern taucht in den Hallen in wahre Welten ein. 23 sind es, jede anders, jede originell. Man sieht das «Zusammenstehen», das der Präsident von Gewerbe Region Frick-Laufenburg, Christoph Vogel, erwartet, man spürt die «geballte Kraft», welche die über 100 Aussteller demonstrieren. Oder wie es OK-Präsidentin Franziska Bircher sagte: «Wir wollten die Gewerbeausstellung grösser denken, in Welten denken.»

Gesundes Geschenk: OK-Mitglied Daniel John verteilt Äpfel.

Gesundes Geschenk: OK-Mitglied Daniel John verteilt Äpfel.

Kundenkontakt statt Mausklick

Auch wenn sie grösser gedacht ist, diese Welt der Welten, sie ist gleichzeitig viel näher beim Besucher. Dieser kann hier nicht nur einen «direkten, unverfälschten und authentischen Einblick» gewinnen, wie es Landammann Roland Brogli formulierte, sondern er begegnet den Ausstellern auch in einem positiveren Kontext.

«Der direkte Kundenkontakt ist für unser Gewerbe ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor», ist Brogli überzeugt. Denn Begegnung schaffe Vertrauen und trage zu einer emotionalen Bindung von Unternehmen, Mitarbeitenden und Bevölkerung bei. «Das ist etwas, das ein Mausklick bei der Internetbestellung eben nicht herstellen kann.»

Für Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes, ist klar: «Wenn Wirtschaft und Gesellschaft zusammenstehen, entsteht etwas zentrales – Wertschöpfung.» Dass für diese wichtige «Schöpfung» im KMU-Kanton Aargau das Gewerbe zentral ist, muss man Finanzdirektor Brogli, der stets ein wachsames Auge auf die Wirtschaftsentwicklung (und damit «seine» Steuereinnahmen) hat, nicht sagen.

Sein klares Bekenntnis zum Gewerbe hörten die gut 100 Gewerbevertreter und geladenen Gäste, die gestern an der Expo-Eröffnung teilnahmen, dennoch gerne: «Das Gewerbe hat auch in einem nicht einfachen wirtschaftlichen Umfeld den Aargauer Wirtschaftsmotor am Laufen gehalten.»

Dass der Fricker Expo-Motor auch in diesem Jahr schnurrt, dafür hat ein 13-köpfiges OK in fast zweijähriger Arbeit gesorgt. Für Bircher, dem «aktiven Kopf» (Vogel), ist es die letzte Expo als Präsidentin. Sie gibt das Amt an Bernhard Stöckli weiter. Aber nicht, ohne den Kollegen noch ein letztes Mal den Marsch geblasen zu haben: Kurt Schmid hatte Bircher zu einem Kornett-Duett überredet.

Die Expo14 auf dem Schulareal Ebnet in Frick ist heute Samstag von 10 bis 22 Uhr (Restaurants bis 24 Uhr) und morgen Sonntag von 10 bis 19 Uhr geöffnet.