«Die Zeit und das Geld haben nicht gereicht, um die gut erhaltenen römischen Töpferöfen komplett zu bergen», sagte Mirko Purgato, der Präsident des Vereins pro römische Geschichte Laufenburg. Allzu enttäuscht ist er deswegen nicht. «Man muss sich hohe Ziele setzen, um wenigstens Teilziele zu erreichen.»

Und ein Teilziel hat der Verein erreicht. Nach der vollständigen archäologischen Untersuchung durch die Kantonsarchäologie konnten Mitglieder des Vereins die Frontmauer eines gut erhaltenen Töpferofens Stein für Stein abtragen. «Die Steine wurden vorgängig nummeriert und werden jetzt trocken eingelagert», führte Purgato aus. Die Bauleitung hatte der selbstständige Monumentenrestaurator Titus Heinzelmann. Zudem wurde der Abbau fotografisch dokumentiert. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann die Frontmauer im Museum Schiff wieder aufgebaut werden. So können die Besucher dannzumal einen Eindruck von der Grösse und der Materialität des Ofens erhalten.

3-D-Modell wäre möglich

Zudem wäre es dank des 3-D-Laser-Scans, den die Kantonsarchäologie im Rahmen ihrer Untersuchungen angefertigt hat, möglich, den Ofen mit einem Bild komplett zu zeigen. Laut Kantonsarchäologe Georg Matter hatte die Kantonsarchäologie nicht die Möglichkeiten, den Ofen komplett zu erhalten. «Das Kriterium der Einzigartigkeit ist nicht erfüllt», so Matter. Der Ofen sei aber ein Beweis dafür, dass Handwerk und Gewerbe in Laufenburg schon zu römischer Zeit eine grosse Rolle spielten. «Wir wussten, dass im Rahmen der Überbauung Rhypark Funde auftreten könnten», so Matter weiter, die Töpferöfen habe die Kantonsarchäologie an dieser Stelle nicht erwartet.

Matter dankte dem Verein für seinen grossen Einsatz: «Es ist toll und sehr verdankenswert, dass sich Leute vor Ort um unsere Aspekte kümmern», so Matter. Die Kantonsarchäologie sei mit den vielen Überbauungsprojekten im ganzen Kanton stark gefordert und suche deshalb auch die Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Verein in Laufenburg etabliert. «Wenn in einigen Jahren wieder ein Fund gemacht werden sollte, werden sie wohl noch grösseren Rückhalt spüren», machte er den Vereinsmitgliedern Mut. Tatsächlich ist der Verein seit seiner Gründung im vergangenen Herbst schon gewachsen und umfasst derzeit 16 Mitglieder und 10 Gönner. «Wir haben auf unseren Spendenaufruf auch Beiträge von Privatpersonen erhalten», sagte Vereinspräsident Mirko Purgato. Von 100 angeschriebenen Firmen, seien aber leider nur zwei Beiträge eingegangen. Der Verein pro römische Geschichte wird sich auch künftig um die Funde in Laufenburg kümmern. «Wir haben noch weitere Ziele», so Mirko Purgato. Neben dem Wiederaufbau der Frontmauer des Töpferofens im Museum Schiff soll dereinst auch eine Tafel im Rhypark an die Funde erinnern. «Zudem möchten wir uns auch um die anderen Ausgrabungen in Laufenburg und deren Beschriftung kümmern.»