Rheinfelden

Franco Mazzi tritt als Grossrat ab: «Es war und ist eine spannende, interessante und wichtige Aufgabe»

«Die frei werdenden Abende widme ich meiner Familie»: Franco Mazzi.

«Die frei werdenden Abende widme ich meiner Familie»: Franco Mazzi.

Der Stadtammann von Rheinfelden verzichtet auf eine erneute Kandidatur, Bernhard Scholl kandidiert nochmals.

Jetzt ist auch bei den beiden bisherigen FDP-Grossräten des Bezirks Rheinfelden die Katze aus dem Sack: Bernhard Scholl, 68, tritt bei den Wahlen im Oktober nochmals an, der acht Jahre jüngere Franco Mazzi dagegen verzichtet. Scholl war 2018 Grossratspräsident, Mazzi ist seit 2006 Stadtammann von Rheinfelden.

Mit Mazzi beendet einer der einflussreichsten und pro­fi­liertesten Fricktaler Politi­ker nach zwei Legislaturen seine Grossratslaufbahn. Der Entscheid sei in den letzten drei Monaten gefallen, sagt Mazzi. «Er war schwierig, weil es ein Abwägen von Prioritäten bedeutete.»

Vorab zwei Gründe haben ihn zum Verzicht bewogen: Die Nachfolgeplanung innerhalb der Bezirkspartei – neue Nummer zwei hinter Scholl ist Manuel Mauch – «und in Rheinfelden anstehende Themen mit sehr langfristiger Tragweite». Eines davon ist das Regionale Entwicklungskonzept, ein zweites der erhoffte Mittelschulstandort beim Bahnhof Möhlin. Die Perspektiven-Antwort von Mazzi kann man gleichzeitig als ein Indiz dafür werten, dass er bei den Stadtratswahlen in einem Jahr nochmals antreten dürfte.

«Es war und ist eine spannende, interessante und wichtige Aufgabe, die mich viel lehrte bezüglich des Kantons Aargau, seiner Struktur, seiner Organisation und seiner Herausforderungen», zieht Mazzi Bilanz.

Es war für ihn als Stadtammann auch eine Win-win-Situation, hatte er doch so einen direkteren Zugang zu Regierungsräten und Verwaltung als andere Gemeindevertreter. Dass dieser direkte Draht nun fehlen wird, glaubt Mazzi nicht. «Die Kontakte bestehen jetzt und ich kenne persönlich auch die Personen, die als Wiederkandidierende oder als Nachfolge zur Wahl stehen. Und dies über die Parteigrenzen hinweg.»

Mehr erhofft beim Berufsbildungszentrum

Zudem sei er im Vorstand der kantonalen Gemeindeammänner-Vereinigung «und würde dies auch bleiben, sofern mich die Vereinigung der Ammänner/Präsidentinnen des Bezirks bestätigt». Diese tage jeweils über den Mittag an Sitzungstagen des Grossrates. Der Konnex nach Aarau bleibt also.

Nach den Highlights gefragt, führt Mazzi jene Entscheide an, «in denen es gelang, die Interessen des Fricktals zu bündeln und eine Mehrheit im Grossen Rat zu erwirken». Das war oft der Fall, etwa wenn es um den regionalen Verkehr oder das Gesundheitszentrum Fricktal ging.

Manchmal klappte es auch nicht – oder zumindest nicht im erhofften Ausmass. Das war insbesondere beim Berufsbildungszentrum Fricktal (BZF) der Fall. Zwar gelang es, das BZF zu retten, aber doch zu einem hohen Preis: Die gewerblichen Berufe, die den Hauptharst der Schüler ausgemacht haben, fallen ab dem kommenden Schuljahr weg. «Ich hätte mir ein Berufsbildungszentrum mit kaufmännischen und gewerblichen Berufen gewünscht», sagt Mazzi, der zugleich Präsident des ­Schulvorstandes ist.

Was er mit der frei werdenden Zeit machen wird, weiss Mazzi schon genau. «Den frei werdenden Dienstag widme ich natürlich den Belangen der Stadt Rheinfelden, die frei werdenden Abende der Familie.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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