Gansingen

«Frau Müller muss weg» – eine Komödie über (zu) ehrgeizige Eltern.

Lehrerin Frau Müller (Mitte) sieht sich einer aufgebrachten Elternschar gegenüber – und wehrt sich tatkräftig.

Lehrerin Frau Müller (Mitte) sieht sich einer aufgebrachten Elternschar gegenüber – und wehrt sich tatkräftig.

Der Theaterverein zeigt das Stück «Frau Müller muss weg» – eine Komödie über Eltern in Erklärungsnot. Mit dabei sind auch sieben jugendliche Nachwuchstalente – in einem eigens geschriebenen Vorspiel.

Schwarze Wolken brauen sich über dem Kopf von Frau Müller zusammen. Sie ist Lehrerin in der sechsten Klasse und einige Eltern finden, dass sie unfähig ist, das hohe Potenzial ihrer Kinder zu erkennen, sie zu fördern und zu bewerten, damit der Sprung in die Sekundarschule nur noch Formsache ist. Wenn es um das Fortkommen ihres Nachwuchses geht, verstehen sie absolut keinen Spass. Deshalb sind sie einer Meinung: «Frau Müller muss weg». So auch der Name des Stückes, welches das Ensemble des Theatervereins Gansingen unter der Regie von Robi Oeschger zeigt. Die Dialektfassung stammt von Ueli Remund.

Lustvoll spöttisch wird hier der Schulalltag aufs Korn genommen, mit Wortwitz und urkomischen Dialogen Eltern mit ihren erzieherischen Versäumnissen konfrontiert. Denn, wie sich zeigt, sind nicht deren kleine Plagegeister das eigentliche Problem, sondern oftmals sie selbst. So geraten sie schnell in Erklärungsnot.

Ein besonderes Extra zu diesem Stück bietet der Theaterverein mit seinen sieben neuen Nachwuchstalenten im Alter von 15 und 16 Jahren, die in den letzten drei Jahren dazukamen. Einige schon mit schauspielerischer Erfahrung. Um deren Möglichkeiten in diesem Jahr nicht brach liegen zu lassen, schrieb Vereinsmitglied Markus Streit zusätzlich zum Stück ein kleines, aufschlussreiches Vorspiel. Schülerinnen und Schüler jener sechsten Klasse zicken und rempeln miteinander auf dem Pausenhof, einige davon jener revoltierenden Eltern, die der Lehrerin den Marsch blasen wollen. Ein vergnüglich erhellender Einstieg in die eigentliche Handlung.

Als Abordnung und Sprecher aller Eltern sind fünf von ihnen gekommen, um mit der inkompetenten Pädagogin Frau Müller (Barbara Hollinger) einmal Klartext zu reden. Bis auf Katrin Graber (Mareike Götzelmann), deren Sohn Klassenprimus ist und die angeblich nur aus Solidarität dabei ist, sind das: die Helikoptereltern Patrick und Marina Jost (David Oeschger und Selina Oeschger) sowie der weinerlich lamentierende Rolf Hediger (Jules Steinacher) und Wortführerin Jessica Hoffmann (Daniela Boutellier). Alle sind sie fest davon überzeugt, dass die teils besorgniseregenden Noten ihrer Sprösslinge nicht an mangelnder Hochbegabung oder am Fleiss liegen, sondern einzig und allein an Frau Müller, die ihren Beruf total verfehlte.

Kurzweilig die Dialoge, spitzzüngig der Schlagabtausch, köstlich die unerwarteten Wendungen und Missverständnisse. Doch Frau Müller behält einen klaren Kopf, redet sachlich über die keinesfalls immer hochbegabten Kinder, die es manchmal faustdick hinter den Ohren haben.

«Frau Müller muss weg»: 12., 19., 23., 25. und 26. Januar, 20 Uhr sowie 20. Januar, 14 Uhr, in der Turnhalle Gansingen.

Meistgesehen

Artboard 1