Standortqualität

Fricktal liegt bei Mietpreisen im Mittelfeld – und so steht es um die Standortqualität

Im Fricktal wird weiter gebaut: In Rheinfelden entsteht der Salmenpark 2.

Im Fricktal wird weiter gebaut: In Rheinfelden entsteht der Salmenpark 2.

Der Medianpreis für eine 3-Zimmer-Wohnung liegt bei 1240 Franken – die Standortqualität liegt laut Wüest Partner über dem Durchschnitt.

Baukrane an vielen Ecken und Enden im Fricktal zeigen es an: Es wird in den beiden Bezirken nach wie vor viel gebaut. Derzeit sind mehrere hundert Wohnungen im oberen und unteren Fricktal im Bau, weitere Grossüberbauungen – etwa in der Lammet im Frick – stehen in den Startlöchern.

Doch wie steht das Fricktal im Vergleich mit anderen Regionen da? Eine Antwort darauf gibt die neue Ausgabe des umfassenden Immo-Monitorings, das von der Wüest Partner AG in Zürich herausgegeben wird. Die AZ hat 13 zentrale Erkenntnisse für das Fricktal heraus­gefiltert.

Im Vergleich mit 70 Regionen in der Schweiz landet das Fricktal bei den leer stehenden Mietwohnungen im Mittelfeld. Wüest Partner weisen eine Leerstandsquote von rund 4 Prozent für 2020 aus. Am niedrigsten – nämlich nahezu bei null – ist die Quote in Zürich, mit rund 11 Prozent am höchsten in Martigny. Das Schweizer Mittel lag bei 2,8 Prozent.

Gemäss kantonaler Statistik standen am 1. Juni im Bezirk Laufenburg 347 Wohnungen und Einfamilienhäuser leer. Die grössten Leerstände verzeichnete man bei den 3- und den 4-Zimmer-Wohnungen. Im Bezirk Rheinfelden waren im Juni 446 Wohnungen zu haben, davon 302 mit drei oder vier Zimmern.

Der Bauboom hat sich abgeschwächt: Die Zahl der Neubaubewilligungen für Mietwohnungen ist im Quartalsvergleich zu den Vorjahren gesunken.

Das Fricktal weist im schweizweiten Vergleich eine unterdurchschnittliche Angebotsziffer bei den Büroflächen auf. Im Fricktal liegt die Ziffer bei rund 2,5 Prozent, schweizweit bei rund 7 Prozent. Die Angebotsziffer ist ein Mass für die Marktliquidität. Sie bezieht sich auf den Zeitraum eines Quartals und ist definiert als das Verhältnis zwischen den angebotenen Flächen und dem Flächenbestand im Geschäftsflächenbereich.

Wüest Partner erwartet für das Fricktal in den nächsten Jahren ein unterdurchschnittliches Beschäftigungswachstum. Dieses beziffern die Analysten zwischen 2021 und 2025 mit rund 0,2 Prozent pro Jahr; der Schweizer Schnitt liegt bei 0,9 Prozent. Andere Aargauer Regionen, vor allem Aarau und Baden, schneiden beim Beschäftigungswachstum deutlich besser ab als das Fricktal.

Bei den Mietpreisen für Wohnungen liegt das Fricktal im Mittelfeld. Für eine 3-Zimmer-Wohnung zahlt man einen Medianpreis von 1240 Franken, eine 4-Zimmer-Wohnung schlägt mit 1500 Franken zu Buche. Das sind 1000 Franken pro Monat weniger, als man in Zürich im Schnitt zahlen muss. Anders als beim Durchschnittspreis besagt der Median, dass die Hälfte der Preise unter und die andere Hälfte über dem Wert liegen.

Wüest Partner haben ein Rating für die Mietwohnungen erstellt. Dabei wurden Faktoren wie Erreichbarkeit, Infrastruktur, Arbeitsplatzentwicklung, Steuern oder Attraktivität der Gemeinde berücksichtigt. Das Fricktal kommt in der Gesamtrechnung auf einer Skala von 1 bis 5 auf eine 3,7, was für eine Qualität über dem Durchschnitt steht. Die Region schrammt damit knapp an einem «gut» vorbei; ein «gut» hätte es ab einem Wert von 3,8 gegeben. Im kantonalen Vergleich liegt das Fricktal damit hinter Baden, aber knapp vor Aarau. Andere Regionen, etwa Brugg-Zurzach (3,2) oder das Freiamt (3,1), lässt das Fricktal klar hinter sich.

Wer sich eine Eigentumswohnung leisten will, muss im Fricktal bei einer 3-Zimmer-­Wohnung mit einem Medianpreis von rund einer halben Million Franken rechnen. Für 4-Zimmer-­Wohnungen weist Wüest Partner einen Wert von 610'000 Franken aus, für 5-Zimmer-Wohnungen einen solchen von 760'000 Franken.

Die Preisspanne ist allerdings enorm: Je nach Region und Wohnungstyp muss man für eine 5-Zimmer-­Wohnung zwischen einer halben und einer Million Franken rechnen.

Wohneigentum im Fricktal ist leicht günstiger als im Freiamt und als im Raum Brugg-Zurzach. Deutlich tiefer in die Tasche greifen muss man im Raum Baden, wo der Median für eine 5-Zimmer-Wohnung bei 887'000 Franken liegt.

Auch bei den Eigentumswohnungen hat Wüest Partner ein Rating gemacht. Das Fricktal kommt hier eine 3,4, womit die Qualität knapp überdurchschnittlich ist. Andere Aargauer Regionen – insbesondere Aarau, Baden und das Freiamt – schneiden hier besser ab.

Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil geblieben. Dagegen nahmen die Bautätigkeit und das Angebot an Eigentumswohnungen am Markt deutlich zu – allerdings bei einem im Regionenvergleich eher tiefen Niveau.

Gestiegen sind gegenüber dem Vorjahr die Preise für Einfamilienhäuser. Für ein 5-Zimmer-Haus muss man mit einem Medianpreis von 790'000 Franken rechnen. Auch hier ist die Preisspanne gross und reicht von unter 500'000 Franken bis über eine Million. Während der Median in der Region Baden mit 955000 Franken deutlich höher ist, liegt er im Raum Aarau mit 764'000 Franken unter dem Fricktaler Niveau.

Im Rating kommt das Fricktal bei den Einfamilienhäusern auf eine 3,7, wobei bei der Attraktivität des Immobilienbestandes eine 4,4 resultiert – bei der Attraktivität der Gemeinden eine glatte 1,0, was für «extrem schlecht» steht.

Bei den Baulandpreisen muss man im Fricktal mit einem Medianpreis von 650 Franken für den Quadratmeter rechnen; die Preise reichen dabei von rund 300 bis gut 1500 Franken für den Quadratmeter. Der Medienpreis für einen Quadratmeter Bauland liegt bei den Mehrfamilienhäusern bei 1120 Franken.

Verwandtes Thema:

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1