Fricktal
Schon wieder: Das Coronavirus stoppt den Slow-up Hochrhein

Es wird wieder nichts mit dem Langsam-Event im Fricktal: Der Slow-up Hochhrein, der jeweils mehr als 20'000 Teilnehmer anlockt, muss wegen der Coronapandemie abgesagt werden. Eine Verschiebung in den Spätsommer war nicht möglich. Dem Verein beschert das herbe Verluste.

Thomas Wehrli
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Zum letzten Mal rollte der Slow-up Hochrhein 2019 durch das Fricktal.

Zum letzten Mal rollte der Slow-up Hochrhein 2019 durch das Fricktal.

Peter Schütz / Aargauer Zeitung

Der nächste Grossanlass fällt der Coronapandemie zum Opfer: Der Slow-up Hochrhein, der mit seiner Slowdown-Philosophie jeweils über 20'000 Teilnehmer anlockt, findet im Juni nicht statt. Wieder nicht: Bereits im letzten Jahr musste der grenzüberschreitende Anlass, bei dem die Teilnehmer einen 32 Kilometer langen Rundkurs zu Fuss oder per Velo absolvieren, abgesagt werden. «Das ist natürlich kein schönes Gefühl», sagt Wendel Hilti, der zusammen mit Helene Häseli die Geschäftsstelle des Slow-up Hochrhein führt. Und:

«Uns tun die Menschen leid, die gerne wieder an Veranstaltungen und sich mit anderen Leuten treffen möchten.»

Auch für die vielen Vereine und Partner sei es nicht lustig. «Es wurde bereits viel Vorarbeit im Hintergrund geleistet», so Hilti.

Steigende Fallzahlen lassen Glauben an Durchführung schwinden

Den Entscheid haben sich die involvierten Parteien denn auch nicht leicht gemacht. Letztlich hat die aktuelle Situation mit steigenden Fallzahlen und Veranstaltungsverboten auf beiden Seiten des Rheins keinen anderen Entscheid zugelassen, gerade auch angesichts der Perspektiven. Hilti:

«Die Chance, dass Ende Juni sich mehr als 20'000 Menschen treffen können, ist unwahrscheinlich.»

Da hätte es auch wenig gebracht, die weiteren Entscheide abzuwarten; auf Schweizer Seite will der Bundesrat am 14. April über das weitere Vorgehen beraten. Zumal: «Es ist überhaupt nicht klar, dass es Lockerungen geben wird. Weder in der Schweiz noch in Deutschland», so Hilti

Auch eine Verschiebung kam nicht in Frage, denn die Slow-up-Daten im Spätsommer sind bereits besetzt. Zwischen August und Oktober sind aktuell sieben Slow-up geplant; wie viele davon effektiv stattfinden, hängt von der Entwicklung an der Coronafront zusammen. «Die Sponsoren können nicht gleichzeitig an mehreren Slow-up teilnehmen», erklärt Hilti. Zudem:

«Der koordinative Aufwand ist mit Sicherheit, Sperrungen und so weiter mit Verschiebedaten fast nicht zu gewährleisten.»

Gerade auch, weil der Slow-up Hochrhein grenzüberschreitend stattfindet, was den Koordinationsaufwand in die Höhe treibt. Doch das macht für Hilti gerade auch den Reiz aus. «Das gemeinsame Planen, Umsetzen und Teilnehmen des über die Grenzen verbindenden Anlasses ist ein zentrales Element des Slow-up Hochrhein beidseits des Rheines.» Daher:

«Der Slow-up findet entweder gemeinsam oder eben nicht statt.»

Kommt hinzu, dass ein Rundkurs nur in der Schweiz mit den Slow-up-Kriterien – unter anderem muss der Kurs familientauglich und möglichst flach sein – «sowohl topografisch wie auch verkehrstechnisch nicht möglich» sei.

Laufende Kosten fallen trotzdem an

Klar ist, dass die neuerliche Absage dem Verein Slow-up Hochrhein steht, einen «wesentlichen Verlust» bescheren wird, wie es in der Medienmitteilung heisst. Wie hoch dieser sein wird, kann Hilti auf Nachfrage noch nicht beziffern. Nur soviel:

«Es wird ähnlich sein wie letztes Jahr. Es gibt laufende Kosten, die mit oder ohne Slow-up anfallen.»

Die gute Nachricht: Die Partner stehen weiterhin zum Slow-up und zahlen trotz der Absage mit. «Partner, Gemeinden und Sponsoren stehen zum Slow-up», freut sich Hilti. Ausserdem gebe es eine eigene Notreserve. «Das sollte reichen.»

Bleibt die Frage: Wird es 2022 wieder einen Slow-up Hochrhein geben? Wenn es nach Hilti und den Partnerorganisationen geht: aber klar doch. Fragt sich nur, ob Corona dann dem Slow-up ein drittes Mal einen Strich durch die Rechnung macht. Hilti ist verhalten optimistisch, dass dies nicht der Fall sein wird:

«Auch wir können zwar weder Kaffeesatz lesen noch in die Kristallkugel blicken. Grundsätzlich sind wir aber sehr zuversichtlich.»

Der Impfrückstand sollte bis dann aufgeholt sein, sodass Grossveranstaltung «hoffentlich wieder möglich sein werden». Hoffentlich.