Finanzausgleich

Fricktaler Gemeinden zahlen 4,2 Millionen mehr ein, als sie bekommen

Macht das Fricktal im Finanzausgleich rückwärts? (Symbolbild)

Macht das Fricktal im Finanzausgleich rückwärts? (Symbolbild)

Von den 32 Fricktaler Gemeinden bezahlt Kaiseraugst am meisten. Wer bekommt 2021 Geld aus dem Finanzausgleich, wer zahlt ein?

Es ist ein Geben und Nehmen: Gemeinden mit einer überdurchschnittlichen Finanzkraft zahlen in den Finanzausgleich unter den Gemeinden ein, finanzschwächere Gemeinden erhalten Beiträge aus dem Topf, der von Gemeinden und Kanton gespeist wird. Im Fricktal gehören 14 der 32 Gemeinden zu den Nettozahlern, 18 zu den Empfängern, wie eine Auswertung der AZ zeigt.

Schlüsselt man die Geber- und die Nehmerfraktion nach Bezirken auf, so beziehen zwei Drittel der Gemeinden aus dem Bezirk Laufenburg Finanzausgleich, während im unteren Fricktal nur 43 Prozent der Gemeinde zu den Nehmern gehören. 8 der 14 Gemeinden im Bezirk Rheinfelden zahlen in den Topf ein – und dies nicht zu knapp.

Unter den Top 5 der Nettozahler finden sich ausschliesslich Gemeinden aus dem unteren Fricktal. Am meisten zahlt Kaiseraugst mit seinem Pharmacluster, nämlich fast 3,9 Millionen Franken. Es folgen Rheinfelden, Magden, Wallbach und Stein (siehe Tabelle). Erst dann kommt der erste Zahler aus dem oberen Fricktal, Sisseln mit 603250 Franken (inklusive Ergänzungs- und Übergangsbeiträge).

14 Gemeinden zahlen 11,2 Millionen Franken

Zusammen zahlen die 14 Fricktaler Gebergemeinden 11,2 Millionen Franken in den Finanzausgleich ein, die 18 Empfängergemeinden bekommen knapp sieben Millionen Franken. Am meisten erhält Hornussen (829000 Franken), gefolgt von Möhlin (813000) und Oberhof (769000).

Nach Bezirken aufgeschlüsselt zahlen die acht Nettozahler aus dem unteren Fricktal 9,7 der 11,2 Millionen Franken. Die 12 Empfängergemeinden aus dem oberen Fricktal bekommen 4,7 der knapp sieben Millionen, die an die Gemeinden aus den beiden Bezirken verteilt werden.

Macht man eine Milchbüchleinrechnung und zieht über das Fricktal Bilanz, so zählen die beiden Bezirke zu den Gebern im Kanton. Insgesamt fliessen 4,2 Millionen Franken mehr in den Ausgleichstopf als die Fricktaler aus ihm beziehen. Rechnet man die Übergangsbeiträge raus, die aufgrund des Systemwechsels zwischen 2018 und 2021 ausbezahlt werden, so sind es sogar 5,1 Millionen Franken.

Der Finanzausgleich setzt sich aus dem Ressourcen- und dem Lastenausgleich zusammen. Der Ressourcenausgleich hilft Gemeinden mit unterdurchschnittlicher Finanzkraft, der Lastenausgleich unterstützt Gemeinden, die überdurchschnittliche Lasten in den Bereichen Bildung, Soziales oder aufgrund räumlich strukturierter Gegebenheiten tragen müssen.

Sieben Gemeinden beziehen Soziallastenausgleich

Schaut man sich nur den Steuerkraftausgleich an, so zahlen die Fricktaler 8,3 Millionen Franken mehr ein, als ihnen angerechnet wird. Die höchste rechnerische Belastung haben dabei Rheinfelden und Kaiseraugst mit je gut 3,8 Millionen Franken, gefolgt von Magden mit knapp 0,9 Millionen Franken. Am meisten gutgeschrieben ­bekommt Möhlin mit knapp einer halben Million Franken, gefolgt von Hornussen und Mettauertal.

Beim Bildungslastenausgleich sind zwei Nachbargemeinden am je anderen Ende der Tabelle: die Gemeinde Möhlin als Empfängerin und Rheinfelden als Geberin. Insgesamt zahlen Fricktaler Gemeinden hier 780000 Franken mehr ein, als sie beziehen.

Beim Soziallastenausgleich beträgt das Plus gut eine Million. Hier wird Rheinfelden mit 1,4 Millionen der höchste Betrag gutgeschrieben – ohne diesen müsste das Städtchen sogar 4,4 Millionen in den Finanzausgleichstopf zahlen. Der grösste Geberbetrag wird Magden mit 455000 Franken verrechnet, gefolgt von Gipf-Oberfrick und Kaisten. Dass das Fricktal nicht zu den sozialen Hotspots im Kanton gehört, zeigt eine andere Zahl: Nur bei 7 der 32 Gemeinden fallen überdurchschnittliche Soziallasten an, die vergütet werden. 15 der 32 Gemeinden erhalten einen räumlich-strukturellen Ausgleich.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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