Seit mehr als 40 Jahren tourt er, oftmals sehr abenteuerlich, um die Welt und bereiste so auch sechs Wüsten. Immer dabei seine Tagebücher und Malutensilien, in und mit denen er die unzähligen, ganz unterschiedlichen Erlebnisse festgehalten hat.

Sanft oder kraftstrotzend

So entstanden wunderschöne Aquarelle, kraftstrotzend farbig oder in sanftem Pastell, fast abstrakte Darstellungen in Kohle oder mit Bleistift, seine Begegnungen mit den Menschen in den unendlichen Weiten dieser Landschaft, Porträts, Skizzen von Tieren und Pflanzen. In bestimmten Momenten hat er dazu ein Haiku gedichtet, einen kurzen, knappen Vers, bezogen auf Raum und Zeit, also genau richtig für so manche Situation dort. Rosenthaler schreibt, dass ihn Wüsten schon immer fasziniert haben mit ihrer überwältigenden Schönheit, ihrer Endlosigkeit, ihrer Stille und dem grandiosen Sternenhimmel – das alles könne süchtig machen.

Er bereiste die Wüste Negev, die Gegend um das Tote Meer, die Westsahara, die Sahelzone, einige Wüsten im amerikanischen Südwesten, die Badlands, die Wüste Gobi, die westliche Maghreb und die Wüste Kyzil Kum. Auf diesen Reisen war er unterwegs zu Fuss, auf den Ladeflächen von Lastwagen und Eisenbahnen, in Bussen, auf dem Rücken von Pferden oder Kamelen.

Bei ihrer Begrüssung unterstrich Stadträtin Béa Bieber, dass Kurt J. Rosenthaler mit dem breiten Spektrum seines kreativen Schaffens eine enorme Bereicherung für Rheinfelden ist. Dieses neue Buch sei spannend, inspirierend, einzigartig und beruhigend zugleich. Sie zitierte dabei den persischen Dichter Saadi: «Wie trostlos sind andere Landschaften im Vergleich zu dir, oh Wüste.»

Eigentlich gebe es nur zwei Situationen, meinte lachend der Forscher und Publizist Roger Mottini, sein geliebtes Engadin zu verlassen – wenn im Mai Schnee liegt oder Rosenthaler zu einem Anlass ruft. Diesmal treffe beides gleichzeitig zu und so sei er nun auf der Vernissage. In seiner kurzen Laudatio blickte er zurück auf den Beginn ihrer 30-jährigen Freundschaft im bitter kalten Leningrad, auf ihre gemeinsame Reise 2002 durch die Badlands und den Südwesten der USA. Tief beeindruckt sei er von der Liebeserklärung Rosenthalers an das Leben und die Natur in diesem Buch, wie er es verstanden hat, die grossen Wunder im Kleinen zu zeigen, wie er mit wenigen Worten sowie seinem typischen Sinn für Humor alles sagt.

Mit Herzlichkeit empfangen

Kurt J. Rosenthaler liess die vielen Besucher der Vernissage teilnehmen an den manchmal turbulenten Rahmenbedingungen dieser Reisen, an den Strapazen, wie er mit Höflichkeit, Herzlichkeit und Humor überall grosse Gastfreundschaft erfahren durfte. Und sagte auch, dass ihm solche Reisen heute nicht mehr möglich wären.

Kurt J. Rosenthaler, 1946 in Lichtenstein geboren, ist in Rheinfelden aufgewachsen und lebt da auch wieder nach einigen Jahren Aufenthalt im Ausland. Er zeichnet, schreibt Bücher, fotografiert leidenschaftlich gerne, stellt Skulpturen aus Knochen, Leder, Haaren und Glasperlen her, macht Kalligrafie und malt Ikonen, setzt sich in seinem Schaffen mit anderen Kulturen auseinander.